"Es ist höchste Zeit für die inklusive Schule"
(redaktion) Das deutsche Schulsystem gewährleistet die Chancengleichheit von Behinderten nicht – diese Feststellung musste UN-Bildungsinspektor Vernor Muñoz in seinem Bericht im März 2007 machen. Das Konzept der Integration habe nicht verhindert, dass die meisten dieser Kinder gezwungen seien, Sonderschulen zu besuchen – auch gegen den Willen ihrer Eltern, so der UN-Bildungsinspektor. Kürzlich hat nun auch Deutschland die UN-Konvention zu den Rechten von Menschen mit Behinderung unterzeichnet. Konsequent umgesetzt bedeutet diese Konvention, dass Kinder mit Förderbedarf in Deutschland zukünftig in die Regelschule gehen. Doch wann dies der Fall sein wird ist noch unklar, die Kultusminister wollen zunächst in einer Arbeitsgruppe über das Verfahren beraten.
22.02.2009 ArtikelIn ihrem Manifest "Inklusive Schule jetzt!" hat die Bundesarbeitsgemeinschaft "Gemeinsam leben - gemeinsam lernen" jetzt eine "grundlegende Neuausrichtung der Bildungspolitik" in Deutschland gefordert.
Unterzeichnet haben das Manifest die Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, der Paritätische Wohlfahrtsverband, die Interessenvertretung Selbstbestimmt Leben, der Deutsche Behindertenrat, das Deutsche Kinderhilfswerk, die Bundesarbeitsgemeinschaft für Integration und Inklusion, die Aktion Humane Schule, die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) und Prof. Lothar Krappmann vom UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes.
"Die Konvention über die Rechte behinderter Menschen schließlich fordert die Vertragspartner unmissverständlich auf, für "inclusive education" Sorge zu tragen", heißt es in dem Manisfest. Das bedeute, dass alle Kinder in allgemeinen Schulen in heterogenen Lerngruppen der Vielfalt der Begabung entsprechend unterrichtet werden. Die Ausgrenzung in Sonderschulen bedeute den Einstieg in lebenslange Sonderwege an den Rändern der Gesellschaft. Gleichzeitig werde allen Kindern die Vielfalt der Gesellschaft in der Schule vorenthalten.
"Sie können so nicht im Alltag lernen, respektvoll und konstruktiv mit Andersartigkeit umzugehen. Das ist der Ausgangspunkt von gesellschaftlicher Ausgrenzung und gibt für die demokratische Kultur in diesem Land Anlass zur Besorgnis. Es ist höchste Zeit für die inklusive Schule", erklären die Unterzeichner des Manifests.
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- Gemeinsam lernen - mit und ohne Behinderung
Weiterführende Links
- Bundesarbeitsgemeinschaft "Gemeinsam leben - gemeinsam lernen"
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