Etwa 1000 Lehrkräfte von Hauptschulschließungen betroffen

Die Zahl der Hauptschulen, die in NRW vor der Schließung stehen, erhöht sich stetig. Im Schuljahr 2005/06 wies die Schulstatistik NRW noch 703 Hauptschulen aus, im Schuljahr 2009/10 sind es noch 671. Von diesen 671 Schulen verfügen nicht mehr alle über 5. Jahrgänge. Landesweit sind nach VBE Recherchen zurzeit mehr als 40 Hauptschulen auslaufend, bei weiteren wird überprüft, ob sie auslaufen werden. Bereits jetzt sind etwa 1000 Lehrkräfte von dieser anhaltenden Entwicklung betroffen und fragen nach ihren Perspektiven.

23.11.2009 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

"Die Landesregierung macht die genauen Zahlen nicht öffentlich, weil sie über dieses Thema nicht reden will", kritisierte der VBE-Vorsitzende Udo Beckmann auf der diesjährigen Landeskonferenz des VBE am Wochenende in Haltern (Münsterland). Die VBE-Landeskonferenz ist der einmal jährlich stattfindende kleine Delegiertentag mit 100 Teilnehmern aus ganz NRW.

Aufgrund der zunehmenden Zahl von Hauptschulschließungen wenden sich vermehrt Lehrerinnen und Lehrer an den VBE, um sich über die Konsequenzen zu informieren. Der VBE fordert deshalb die Landesregierung auf, dieses Problem nicht zu verschleiern, sondern für Transparenz zu sorgen und ein schlüssiges und verlässliches Personalkonzept zu entwickeln. Dies sei ein Teil der Fürsorgepflicht, zu der die Landesregierung gegenüber den Lehrkräften verpflichtet sei, so Beckmann.

Die meisten Lehrkräfte an Hauptschulen haben eine Ausbildung für die Sekundarstufe I. Damit ist ihre Tätigkeit nicht an eine bestimmte Schulform gebunden. Sie können aus Sicht des VBE daher genauso an einer Realschule wie an einer Gesamtschule arbeiten.

"Vogel Strauß-Politik hilft hier nicht weiter", so Beckmann. "Wir erwarten, dass Lehrkräften an Hauptschulen vorrangig die Möglichkeit gegeben wird, sich auf frei werdende Stellen an Grund-, Gesamt- und Realschulen zu bewerben bzw. dass ihnen gegebenenfalls die Möglichkeit zur Weiterqualifikation angeboten wird. Versetzung muss Vorrang vor Neueinstellungen haben. Auch den Schulleiterinnen und Schulleitern von Hauptschulen müssen Perspektiven in anderen Schulformen eröffnet werden."


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