EU-Projekttag am 9. März 2009: 58 Prozent der Schüler an Gymnasien lernten im Schuljahr 2007/08 Französisch

Fremdsprachenkenntnisse gelten als Schlüsselqualifikation für ein Leben und Arbeiten in der globalisierten Welt eines zusammenwachsenden Europa. Den allgemeinbildenden Schulen als primäre Vermittler von Fremdsprachenkenntnissen kommt hier eine besondere Bedeutung zu. Anlässlich des EU-Projekttages 2009 gibt das Statistische Landesamt daher die häufigsten Fremdsprachenbelegungen der Schüler an den großen weiterführenden Schularten Hauptschule, Realschule sowie Gymnasium bekannt.

05.03.2009 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

An den Hauptschulen des Landes wird grundsätzlich Englisch als Pflichtfremdsprache unterrichtet.1) Eine zweite Pflichtfremdsprache gibt es hier nicht. Gut 1 300 Hauptschüler (0,8 Prozent) nahmen im Schuljahr 2007/08 aber freiwillig an einer AG Französisch teil. An den Realschulen dagegen kann in Klassenstufe 5 mit Englisch oder Französisch begonnen werden, wobei bei der Wahl von Französisch dann ab Klassenstufe 7 zwingend das Fach Englisch zu belegen ist. Im Schuljahr 2007/08 hatten gut 244 300 der insgesamt rund 244 800 Realschüler Englisch als Pflichtunterricht2) und fast 41 600 Realschüler (rund 17 Prozent) Französisch als erste oder zweite Pflichtfremdsprache. Außerdem belegten über 5 900 Realschüler (2,4 Prozent) freiwillig eine Französisch-AG.

Die allgemeinbildenden Gymnasien des Landes bieten vielfältige Sprachkombinationen an. Auch hier lernen alle Schüler im Laufe ihrer Schullaufbahn Englisch. Französisch als Pflichtfach belegten im vergangenen Schuljahr knapp 195 700 der insgesamt rund 340 200 Schüler (fast 58 Prozent), Französisch als freiwillige AG knapp 2 800 (0,8 Prozent). Spanisch wählten genau 37 300 Gymnasiasten (11 Prozent) als weitere Pflichtfremdsprache und nahezu 2 500 (0,7 Prozent) als freiwillige AG. Damit lag Spanisch deutlich vor Italienisch mit knapp 9 400 Teilnehmern (fast 3 Prozent) im Pflichtbereich und knapp 1 300 (0,4 Prozent) im freiwilligen Bereich. Weit weniger oft belegt als diese west-/südeuropäischen Sprachen wurde die osteuropäische Sprache Russisch: Nur ca. 1 600 Gymnasiasten (0,5 Prozent) wählten Russisch als Pflichtfremdsprache, 340 als freiwillige AG. Eine besondere Form der Erziehung zur Mehrsprachigkeit stellen die bilingualen Abteilungen der Gymnasien dar. Hier wurden 2007/08 fast 1 700 Schüler in deutsch-französischen Abteilungen und stark 4 700 in deutsch-englischen Abteilungen gemeldet. Latein als die Muttersprache vieler moderner Fremdsprachen belegten im Schuljahr 2007/08 gut 85 200 Schüler (25 Prozent) an Gymnasien als Pflichtfremdsprache und stark 1 600 (0,5 Prozent) als freiwillige AG.

In Klassenstufe 8 der Gymnasien ist die Wahl der ersten, zweiten und evtl. dritten Fremdsprache bereits abgeschlossen, ohne dass eine der vorher gewählten Pflichtfremdsprachen abgelegt werden konnte. In dieser Klassenstufe hatten alle Schüler Pflichtunterricht in Englisch, drei Viertel in Französisch und gut 35 Prozent in Latein. Mehr als jeder fünfte Achtklässler hatte sich für Spanisch als Pflichtfremdsprache entschieden. Vor fünf Jahren, im Schuljahr 2003/04 hatten von den damaligen Neuntklässlern3) 100 Prozent Englisch, gut 83 Prozent Französisch und knapp 33 Prozent Latein als Pflichtfremdsprache belegt. Für Spanisch hatten sich damals erst gut 15 Prozent der Neuntklässler entschieden.


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