Europa Hessens Schülerinnen und Schülern näher bringen und aus der Anonymität holen

Unter dem Motto „Bildung verbindet – als Motor und Garant der Europäischen Integration“ hat heute am Lampertheimer Lessing-Gymnasium die zentrale Veranstaltung der Hessischen Landesregierung zum EU-Projekttag gemeinsam mit dem Litauischen Gymnasium und den Beruflichen Schulen Lampertheim stattgefunden. „Dieser EU-Projekttag kann dazu beitragen, dass Europa näher an uns heranrückt und uns künftig weniger anonym erscheint. Hessen hat als Sitz der Europäischen Zentralbank den großen Vorteil, ohnehin schon sehr nahe an Europa dran zu sein und seinen Pulsschlag sehr gut zu spüren“, sagte dort Kultusministerin Karin Wolff.

22.01.2007 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Ziel von Hessens Schulen müsse es sein, eine Bildung für Europa zu vermitteln, um die Schülerinnen und Schüler fit zu machen für ein Leben und Arbeiten in der Europäischen Union – sei es im Fremdsprachenunterricht, im bilingualen Unterricht, in Projekten, Austauschprogrammen oder Schulpartnerschaften, so Karin Wolff. Im Hessischen Kultusministerium sei eine Arbeitsgruppe damit beschäftigt, Materialien zu „Europa im Unterricht“ zu erstellen, um das Thema in den Schulen weiter zu stärken.

„Gerne hat die Hessische Landesregierung das Motto der deutschen EU-Ratspräsidentschaft ‚Bildung verbindet’ sowie die Anregung der Bundeskanzlerin aufgegriffen, Europa an den Schulen aus diesem Anlass besonders zu thematisieren“, erläuterte die Staatsministerin. Über 120 Schulen in ganz Hessen nähmen am EU-Projekttag teil, der mit dem 2003 eingeführten deutsch-französischen Tag zusammenfällt: „Europa steht an diesen Schulen heute im Mittelpunkt des Unterrichts. An rund 40 Schulen werden Beamtinnen und Beamte der EU-Kommission sowie Bundes-, Landes- und Europapolitiker zu Gast sein, um mit den Jugendlichen über Europa zu sprechen und ihr Interesse dafür zu wecken und zu stärken.“

Kritik, wonach es dem Europa von heute an der notwendigen Begeisterung seiner Bürgerinnen und Bürger sowie an einer gemeinsamen Identität fehle, sei nicht von der Hand zu weisen: „Da ist schon einiges dran: Viele haben tatsächlich den Eindruck, dass der große Enthusiasmus der Gründerväter der EU längst zerflossen und Europa zu einem unpersönlichen, bürgerfernen bürokratischen Monstrum geworden ist. Zahlreiche Menschen nehmen die EU nur als ein Europa der Agrar- und Steinkohlesubventionen, der genormten Bananen und Traktorensitze, der Butterberge und Milchseen wahr“, gab Karin Wolff zu bedenken.

Dennoch wies die Hessische Kultusministerin solche Urteile als „allzu einseitig“ zurück und erinnerte an die Bedeutung die EU für Wirtschaft, Frieden und Sicherheit sowie den kulturellen Austausch zwischen den Staaten Europas: „Gerade Sie als Jugendliche erleben heute ein Europa, das Ihnen dauerhaften Frieden und Freiheit garantiert, das Ihnen in Schule, Studium und Beruf wie in der Freizeit große Chancen eröffnet. Alles das, was für uns alle heute schon selbstverständlich ist, haben frühere Generationen noch kaum zu träumen gewagt.“

Karin Wolff bedankte sich herzlich für das Engagement der Schulen wie das der Gäste aus Europa: „Sie tun damit viel für das Zusammenwachsen von Europa, für den Aufbau einer europäischen Identität, nicht zuletzt die davon lebende Demokratie und damit für einen aktiven Anteil der Bürgerinnen und Bürger am politischen Geschehen.“

Zuvor hatte die Ministerin das neue Forscherlabor des Lessing-Gymnasiums mit den Worten eröffnet: „Alle Erfahrungen zeigen doch: Junge Leute sind durchaus begeistert über naturwissenschaftliche und technische Phänomene. Gerade jüngere Schüler staunen, wenn man ihnen zeigt, wie eine Schnecke über eine Rasierklinge kriecht. Sie wollen auch wissen, wohin das Regenwasser aus der Pfütze verschwindet. Auf diese Fragen müssen wir eingehen – und schon ist der Zugang zu den vermeintlich schwierigen Fragen der Naturwissenschaften geschafft. Aus dem Einfachen, Anschaulichen kann sich dann das Komplexe entwickeln.“

Karin Wolff betonte, wie viel Hessen in den vergangenen Jahren getan hat, um Mathematik und die Naturwissenschaften an den Schulen zu stärken – etwa durch die landesweite Lehrerfortbildungsinitiative SINUS, durch Schülerwettbewerbe oder auch durch die MINT-Schulen, zu denen das Lessing-Gymnasium auch gehören wolle: „Mit dem neuen Forscherlabor gehen Sie einen guten Schritt weiter auf diesem Weg. Viel hängt davon ab, ob wir in Zukunft gute, engagierte Naturwissenschaftler und Ingenieure haben“, so die Kultusministerin.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden