Europäische Kommission fordert radikale Änderungen im Schulwesen

(redaktion/pm) Die Europäische Kommission will, dass die Mitgliedstaaten stärker zusammenarbeiten, um so die Schulsysteme besser auf die Bedürfnisse von Schülern und Arbeitgebern im wissensbasierten Europa der Zukunft abzustimmen. In der heute vorgelegten Mitteilung der Kommission "Bessere Kompetenzen für das 21. Jahrhundert: eine Agenda für die europäische Zusammenarbeit im Schulwesen" heißt es, dass – mitunter radikale – Veränderungen vorgenommen werden müssen, damit Europas Schulen jungen Menschen das volle Rüstzeug für das Leben in diesem Jahrhundert mitgeben können.

03.07.2008 Artikel
  • © europa.eu.int

"Unsere Schulsysteme müssen angepasst werden, damit sie junge Menschen mit neuen Kompetenzen für neue Arbeitsplätze ausstatten können", erklärte Kommissar Ján Figel´, "denn wir müssen unsere Jugendlichen auf Arbeitsplätze vorbereiten, die es vielleicht noch nicht einmal gibt. Darüber hinaus", fügte er hinzu, "wirkt sich ihr Abschneiden in der Schule tatsächlich auf die Möglichkeiten aus, die sie später im Leben haben, weshalb wir einige Ungleichheiten beseitigen müssen, um unsere Schulsysteme effizienter und effektiver zu machen. Wir ermutigen die Mitgliedstaaten, zusammen darauf hinzuarbeiten."

Zum Abbau von Benachteiligungen könnten die Schulsysteme unter anderem dadurch beitragen, dass sie den Zugang zur Vorschulerziehung verbessern. Auch müsse sichergestellt werden, dass es den Schulen gelingt, den jungen Menschen die nötigen Grundkenntnisse zu vermitteln. Derzeit werden knapp ein Viertel der Jugendlichen (17,6 Prozent der Mädchen und 30,4 Prozent der Jungen) als leseschwach eingestuft. Hier könnten stärker individualisierte Lernansätze und ein kreativerer Einsatz von Beurteilungsverfahren Abhilfe schaffen. Die Kommission empfiehlt außerdem eine Steigerung der Qualität der Schulbildung durch eine umfassendere Selbstevaluierung der Schulen und eine bessere Ausbildung des Schulpersonals und schlägt eine Agenda für die Zusammenarbeit in drei Bereichen vor:

  • Hauptsächlich sollen allen Schülerinnen und Schülern die Kompetenzen vermittelt werden, die sie für das Leben benötigen. Dazu gehört: Verbesserung der Lese- und Rechenkompetenz, Erweiterung der Lernkompetenz und entsprechende Modernisierung von Lehrplänen, Lernmaterialien, Lehrerausbildung und Beurteilungsverfahren;
  • Verpflichtung zur Bereitstellung eines hochwertigen Lernangebots für alle Schülerinnen und Schüler. Dazu gehört: Ausweitung des Zugangs zur Vorschulerziehung auf alle Kinder, Förderung der Gerechtigkeit in den Schulsystemen, Verringerung des Schulabbruchs und Verstärkung der Unterstützung an Regelschulen für Schüler mit besonderen Bedürfnissen;
  • Steigerung der Qualität von Lehrkräften und Schulpersonal. Dazu gehört: Ausweitung und Verbesserung der Lehrerbildung, wirksamere Einstellungsverfahren für Lehrkräfte und Unterstützung der Schulleiter dabei, ihre Tätigkeit stärker auf die Lernerfolge der Schüler auszurichten.

Weiterführende Links

  • FAQ: Improving Competences for the 21st Century: An Agenda for European Cooperation on Schools

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