Fach Wirtschaft an Realschulen - Weder zweckdienlich noch zeitgemäß

Die GEW hält die Einführung eines Faches Wirtschaft an Realschulen, wie von der FDP und vom Verband lehrer.nrw gefordert, weder für zweckdienlich noch für zeitgemäß. Die Bildungsgewerkschaft will Schülerinnen und Schüler bestmöglich und umfassend auf die Arbeitswelt vorbereitet wissen. Statt ökonomischer Engführung geht es, so die GEW, um sozialpolitische Zusammenhänge, die im Unterricht vermittelt werden sollen.

01.07.2013 Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen

"Die hinter der Forderung nach einem Fach Wirtschaft liegende Vorstellung, die wirtschaftliche Kompetenz von Schülerinnen und Schülern zu fördern, ist einseitig und unzureichend", mit diesen Worten reagierte die stellvertretende Landesvorsitzende der GEW, Maike Finnern, auf das heute von der bildungspolitischen Sprecherin der FDP-Landtagsfraktion, Yvonne Gebauer, und von der Vorsitzenden des Verbandes lehrer.nrw, Brigitte Balbach, vorgestellte Konzept. Ökonomische Fragestellungen seien immer auch im politischen und sozialen Kontext zu betrachten. Finnern forderte: "Schülerinnen und Schüler sollen intensiv auf ihre persönliche Lebensplanung vorbereitet werden. Dabei geht es auch um gesellschaftliche Werte wie Solidarität und Eigenverantwortung und um demokratische Prinzipien wie Mitbestimmung und Partizipation."

Die GEW hält es nicht für zweckdienlich, vor dem Hintergrund voller Stundentafeln und überbordender Stofffülle, neue Fächer womöglich gar zu Lasten anderer einzuführen. "Wir sehen die Gefahr, dass die Einführung eines Faches Wirtschaft zu einer Verdrängung des Faches Sozialwissenschaften führt", warnte Finnern. Das Fach Sozialwissenschaften habe sich mit seinem umfassenden Verständnis von sozioökonomischer Bildung bewährt.


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