Förderschüler lernen in der Regelschule mehr
(red/pm) Im gemeinsamen Unterricht lernen Kinder mehr, als wenn sie in Förderschulen unterrichtet werden. Das ist das Ergebnis einer bislang großen unveröffentlichten Studie des Instituts zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB), die der [ZEIT](http://www.zeit.de/2014/20/sonderschulen-inklusion) vorliegt.
07.05.2014 Artikel"Schülerinnen und Schüler mit sonderpädagogischem Förderbedarf, die in einer Regelschule unterrichtet wurden, weisen in allen untersuchten Bereichen höhere Leistungen auf als vergleichbare Schülerinnen und Schüler in Förderschulen", schreiben die Forscher der von der Kultusministerkonferenz getragenen Einrichtung.
Konkret verglichen die Wissenschaftler die Lernstände von Schülern mit Lern- und Sprachschwierigkeiten aus beiden Systemen im Fach Deutsch und Mathematik. Sie verwendeten dazu Daten aus dem jüngsten Ländervergleich für die Grundschule. In Mathematik und Lesen beträgt der Vorsprung der inklusiv unterrichteten Schüler dabei umgerechnet dem Wissen, das Grundschüler in einem halben Jahr erwerben, im Kompetenzbereich Zuhören dem Fortschritt eines ganzen Jahres. Der Vorteil des integrierten Unterrichts sei "überraschend groß", sagte IQB-Direktorin Petra Stanat. Sie selbst habe damit "nicht gerechnet".
Zu einem ähnlichen Ergebnis kommt eine ebenfalls bislang unveröffentlichte Untersuchung Bielefelder Bildungsforscher. Die mit Mitteln des Bundesforschungsministeriums finanzierte BieLieF-Studie vergleicht den Lernfortschritt von Schülern mit Lernbehinderungen über mehrere Jahre. Auch hier zeigten die inklusiv unterrichteten Grundschüler in einer erster Erhebungswelle messbare Lernvorteile gegenüber solchen, die eine Förderschule besuchen.
Ein Aufsatz über die Studie wird in Heft 2/2014 der Kölner Zeitschrift für Soziologie und Sozialpsychologie erscheinen.
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