GRÜNE Bayern

G8-Abitur muss sorgfältiger evaluiert werden

Die Grünen im Bayerischen Landtag kritisieren die im Vergleich zum G9 zu hohe Durchfallerquote beim ersten G8-Abitur.

08.07.2011 Pressemeldung Bündnis 90/Die Grünen

"Mit einer fast dreimal so hohen Durchfallerquote darf sich der Kultusminister nicht zufrieden geben, erklärt der schulpolitische Sprecher Thomas Gehring. "Die betroffenen jungen Leute haben immerhin einen persönlichen Misserfolg erlebt und die angestrebte Schulzeitverkürzung durch das überhastet eingeführte G 8 hat für sie zu einer persönlichen Schulzeitverlängerung geführt." Die Grünen fordern eine differenzierte Evaluation des ersten G8-Abiturs. "Es reicht bei weitem nicht aus, sich nur die Quote der durchgefallenen Schülerinnen und Schüler anzuschauen und die G8-Durchschnittsnote mit der bisherigen G9-Durchschnittsnote zu vergleichen." Faktisch könnten die G8- und G9-Noten nicht mit einander verglichen werden, das wäre wie "Äpfel mit Birnen zu vergleichen." Es sei daher auch ein Problem, wenn beim Studienzugang in Numerus clausus-Fächern, wo sich Absolventinnen und Absolventen des G8 und des G9 gemeinsam bewerben, Zehntelnoten über die Studienplatzvergabe entscheiden würden.

"Wir brauchen fundiertes Wissen über die Qualität der Hochschulreife, dafür muss man die einzelnen Fächer und deren Inhalte betrachten, nicht nur den Landesnotendurchschnitt", so Thomas Gehring. Das Ziel sei schließlich, nach einem kompletten Durchlauf das zum Schuljahr 2004/05 eingeführte achtjährige Gymnasium zu bewerten. "Der kürzere Weg zum Abitur darf nicht mit einem Qualitätsverlust erkauft werden."

http://www.gruene-fraktion-bayern.de


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