Gemeinschaftsschul-Modell ist Schmalspurangebot und gefährdet Bildungsqualität im ländlichen Raum
Eine klare Absage erteilt der Philologen-Verband dem Vorstoß der Gemeinden Horstmar und Schöppingen, eine Gemeinschaftsschule ausprobieren zu wollen. Dringend rät der Verband dem Schulministerium, einem entsprechenden Antrag der Städte nicht zu entsprechen. Damit nämlich werde die Bildungsqualität im ländlichen Raum geopfert.
24.05.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)In dem geplanten Schulformkonglomerat sollen in den Klassen 5 bis 7 alle Schülerinnen und Schüler gemeinsam unterrichtet werden, bevor sie anschließend in Schulformen auseinander dividiert werden. Völlig ungeklärt ist, auf welchem Niveau in dieser Zeit der Unterricht stattfindet. Offen beispielsweise ist die Frage, wie gymnasialgeeignete Kinder hinreichend gefördert werden können. Soll die 2. Fremdsprache in der 6. Klasse keinem Schüler angeboten werden und damit eine Gruppe der Schülerschaft unterfordert werden oder soll allen Schülern, und damit auch Hauptschülern die 2. Fremdsprache verbindlich abverlangt werden und damit eine andere Schülergruppe überfordert werden?
"Das Konstrukt ist völlig untauglich und fügt dem Bildungsangebot im ländlichen Raum schweren Schaden zu. Ein Schmalspurgymnasium, bestehend aus drei Jahren ohne Profilierungsmöglichkeit und einer zweijährigen Oberstufe, die nicht einmal an der besuchten Schule absolviert werden soll, ist in höchstem Maße unverantwortlich und eine Frechheit gegenüber Eltern sowie Schülerinnen und Schülern", kritisiert der PhVVorsitzende Peter Silbernagel.
Zudem ist es absurd anzunehmen, dass man angesichts der geringen Schülerzahlen ein ausreichendes Angebot ermöglichen kann. Man provoziert Schülerimporte aus umliegenden Gemeinden, ohne die Negativeffekte im Blick zu haben. Ungeklärt ist beispielsweise auch, wie man mit Schülern bei sonderpädagogischem Bedarf umgehen soll.
"Keine Experimente auf Kosten unserer Kinder!" mahnt Peter Silbernagel.
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