Forderung

Geordnetes Verfahren in den Distanzunterricht aufsetzen

Mit Blick auf mehrere Dringlichkeitsanträge der Opposition, die gestern zum Thema „Schülerinnen und Schüler gut durch die Pandemie begleiten“ im Plenum des Bayerischen Landtags zur Beratung anstanden, forderte Jürgen Böhm, Landesvorsitzender des brlv, pragmatische und realistische Lösungen anstatt von Schnellschüssen.

02.12.2021 Bayern Pressemeldung Bayerischer Realschullehrerverband (brlv)
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Er warnt vor dem Verschieben von Ferienterminen und dem individuellen Recht der Schüler auf Aussetzen der Präsenzpflicht, sondern setzt auf einen geordneten Übergang in den Distanzunterricht bis spätestens 13. Dezember. Zudem könne sich der brlv in Absprache mit den Gesundheitsämtern niedrigschwellige Impfangebote an den Schulen vorstellen. Vorausgehen müsse aber ein detailliertes Informationsschreiben des Kultusministeriums an die Eltern.

„Uns ist wichtig, dass wir bei den stark steigenden Infektionszahlen jetzt den bestmöglichen Gesundheitsschutz von Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern gewährleisten“, so der brlv-Landesvorsitzende. Daher komme es jetzt auf geordnete Verfahren an, um dieses Ziel zu erreichen. Viele der Vorschläge in den Anträgen seien für dieses Ziel nicht geeignet und würden nur zu weiterer Verunsicherung an den Schulen vor Ort führen.

Deshalb sei es zielführender, je nach lokalem Infektionsgeschehen umgehend Maßnahmen zu treffen, die dafür sorgen, dass spätestens zum 13. Dezember alle Realschulen in den Distanzunterricht gehen können. „Wir haben bereits im Frühjahr gezeigt, dass unsere Realschulen darauf vorbereitet sind und können Unterricht und Bildung auch aus der Ferne gewährleisten“, so Böhm. Irritierend sei in diesem Zusammenhang die Forderung einer Oppositionspartei, dass Sport-, Kultur- und Freizeitveranstaltungen nur noch unter Ausschluss von Publikum stattfinden sollen, aber auf der anderen Seite Schulen offen gehalten werden sollen. „Der Inzidenzwert unter Kinder und Jugendlichen ist am höchsten und daher können Schulen nicht einfach gesondert betrachtet werden“, stellt Böhm klar. „Auch unsere Schüler haben einen Schulweg, auf dem vielfältige Kontakte stattfinden und reduziert werden müssen.“ Daher brauche es einen geordneten Übergang in den Distanzunterricht und zudem umgehend in den nächsten Tagen in Absprache mit den Gesundheitsämtern niedrigschwellige Impfangebote an den Schulen, um die gesamte Schulfamilie vor Ort zu schützen.

Böhm hält auch nichts von der Forderung auf ein individuelles Recht auf Aussetzen der Präsenzpflicht von Schülerinnen und Schülern auf Antrag der Eltern. „Jedem muss klar sein, dass durch diese Maßnahme ein Flickenteppich entsteht, der einerseits viel Mehrarbeit für die Kollegen bedeutet und andererseits auch die Gleichbehandlung der Schüler gefährdet. Vor allem ist dies relevant bei Schülern, die in diesem Schuljahr Abschlussprüfung machen werden.“ Abschließend warnt der brlv-Landesvorsitzende vor dem Hin- und Herschieben von Ferienterminen. „Distanzunterricht ist Unterricht und es braucht jetzt keine unnötige Feriendebatte. Unsere Kollegen sagen ganz klar Nein, wenn erneut Gefahr besteht, dass erneut an Abläufen herumgedoktert wird und Ferientage gestrichen werden sollen.“


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