Gesamtschulen: Lehrkräfte stemmen sich gegen Verschlechterungen

An den 25 Gesamtschulen in Schleswig-Holstein brodelt es. Grund sind die von der Landesregierung geplanten längeren Arbeitszeiten für Lehrkräfte, größeren Klassen und schlechteren Rahmenbedingungen. Um ihrem Unmut Luft zu machen trafen sich rund 700 Lehrerinnen und Lehrer während der Unterrichtszeit am Dienstag, den 4.3.08 auf einer landesweiten Personalversammlung in Neumünster. In einer Protestresolution forderten sie eine einheitliche Unterrichtsverpflichtung von 24 Stunden, gleiche Besoldung und Klassen mit nicht mehr als 26 Schülern.

04.03.2008 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-Holstein

"Warum macht die Landesregierung die Pioniere des gemeinsamen Lernens zu Opfern der Schulreform?", fragte Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) als Gastredner auf der Personalversammlung. "Obwohl an den Gesamtschulen zum Teil seit Jahrzehnten das gemeinsame Lernen aller Kinder eine Selbstverständlichkeit darstellt, sollen sie sich "zu Gemeinschaftsschulen weiterentwickeln". Hinter diesem Euphemismus verbirgt sich aber nichts anderes als eine drastische Verschlechterung der Standards."

Der GEW-Landesvorsitzende sagte den Lehrkräften an den Gesamtschulen die Unterstützung der GEW zu. "Schulreformen und eine bessere individuelle Förderung der Schüler können nur gelingen, wenn an den Schulen gute Bedingungen herrschen. Deshalb brauchen die Lehrerinnen und Lehrer an Gesamtschulen kürzere statt längere Arbeitszeiten und kleinere statt größere Klassen."

Matthias Heidn warnte die Landesregierung davor, den Protest an den Gesamtschulen zu unterschätzen. Mit einer landesweiten Personalversammlung sei der Schlusspunkt der Proteste noch nicht erreicht. "Um die Landesregierung von ihrem Irrweg abzubringen, kann sich die GEW noch sehr viele phantasievolle Aktionen vorstellen."

Ansprechpartner

GEW Schleswig-Holstein

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