CDU-Bildungspapier

GEW: "CDU verpasst Chance, in der Schulpolitik zukunftsfähig zu werden"

"Die CDU hat die Chance verpasst, in der Schulpolitik zukunftsfähig zu werden. In der Schulstrukturfrage alle Spielarten zuzulassen und gleichzeitig am gegliederten Schulsystem mit Haupt- und Sonderschulen festzuhalten, entspricht weder den Anforderungen an ein modernes Schulwesen noch den Interessen der Eltern. Die Folge: Das Schulsystem wird weiter zersplittern, noch unübersichtlicher, beliebiger und chaotischer. Die Mobilität von Familien wird damit weiter eingeschränkt", sagte Ulrich Thöne, Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), am Dienstag mit Blick auf den Beschluss des CDU-Parteitags in Leipzig.

15.11.2011 Pressemeldung Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft

Er stellte fest, dass Bundesbildungsministerin Annette Schavan (CDU) eine Niederlage erlitten habe. Ursprünglich habe sie sich für ein Zwei-Wege-Modell aus Gymnasien und Oberschulen stark gemacht und wollte integrierte Schulsysteme respektieren. Davon sei der Beschluss weit entfernt. Die Ministerin habe immer weiter zurückrudern müssen, um alle Strömungen in der Partei zu integrieren. "Dem Zusammenhalt in der CDU ist die inhaltliche Debatte geopfert worden. Der Parteitag hat sich an alten Feindbildern wie der so genannten 'Einheitsschule' abgearbeitet, statt die Signale in Richtung Zukunft zu stellen: Schule muss sich ändern und den Schülern gerecht werden - nicht die Kinder und Jugendlichen sich einer unübersehbaren Vielfalt von Schulformen anpassen", unterstrich Thöne.

"Auf der Tagesordnung stehen 'eine Schule für alle Kinder' und der Umbau zu einem inklusiven Schul- und Bildungssystem", erklärte der GEW-Vorsitzende. Er betonte, dass sich die Eltern mehrheitlich für ein inklusives Schulwesen aussprächen. Die bestmögliche Förderung aller Schülerinnen und Schüler in einem inklusiven Ganztagssystem sei aus "gesellschaftlichen, familienpolitischen und pädagogischen Gründen das Gebot der Stunde".


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