GEW: FDP verlässt Betonposition in der Schulstrukturdebatte
Nach dem verheerenden öffentlichen Urteil zur Schul- und Bildungspolitik der Landesregierung hat die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) ihre Forderung nach einem Programm zur Qualitätsentwicklung an den Schulen in NRW bekräftigt.
13.11.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung GEW Nordrhein-WestfalenIn einem Stufenplan bis zum Ende der Legislaturperiode - so die Forderung der GEW - muss die Zahl der Sitzenbleiber annähernd halbiert und der Ganztag an allen Schulformen ausgebaut werden. Alle Schulen in NRW sollen sich Zeit für ihre Qualitätsentwicklung nehmen und dafür eine halbe Lehrerstelle an zusätzlichen Personalressourcen vom Land erhalten.
In einer Umfrage von Infratest-dimap zeigten sich nur 25% der Befragten mit der Politik von Rüttgers, Sommer, Laschet und Pinkwart zufrieden. Immerhin fast zwei Drittel, nämlich 64%, erteilen der schwarz-gelben Bildungspolitik ein schlechtes Zeugnis. "Kein Wunder", sagt die GEW, "statt nachhaltiger Reformen gibt es nur Symbolpolitik." Ihr Landesvorsitzender Andreas Meyer-Lauber erklärte heute in Essen: "Ob Turbo-Abitur oder Kopfnoten, zentrale Prüfungen oder Sprachtests, Kibiz, Studiengebühren oder der Abbau von Mitbestimmung im Schulbereich - die Politik kommt nicht an und erzeugt Misstrauen und Unverständnis - bei Schülern, Studierenden, Eltern, Lehrkräften und Erzieherinnen."
Den Vorschlag des FDP-Landesvorsitzenden und stellvertretenden Ministerpräsidenten, Innovationsminister Pinkwart, zur Zusammenlegung von Haupt-, Real- und Gesamtschule zur "regionalen Mittelschule" kommentierte der GEW-Vorsitzende folgendermaßen: "Offenbar verlässt die FDP die Betonposition der schwarz-gelben Koalition in der Schulstrukturdebatte. Die CDU mit Ministerpräsident Rüttgers steht nun am schulpolitischen Scheideweg."
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