GEW-Landesvorsitzender: Chaos-Minister Dr. Klug soll seinen Hut nehmen
"Jeden Tag, den der Bildungsminister Dr. Ekkehard Klug länger im Amt bleibt, ist zum Schaden des Landes Schleswig-Holstein und seiner Bürgerinnen und Bürger. Vor allem ist es zum Schaden von Lehrerinnen und Lehrern, Schülerinnen und Schülern und Eltern sowie allen anderen, die mit Schule und Bildung zu tun haben. Aus dem kompetenten Oppositionspolitiker Dr. Ekkehard Klug ist ein Chaos-Minister geworden", übte Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), auf einer Pressekonferenz zum Schuljahresbeginn am 23.8.2010 in Kiel heftige Kritik am Bildungsminister.
23.08.2010 Pressemeldung GEW Schleswig-HolsteinDas Vertrauensverhältnis der Lehrerinnen und Lehrer in Schleswig-Holstein zum zuständigen Minister sei völlig zerstört, so Matthias Heidn. Zunächst verlängere der Minister den Lehrerinnen und Lehrern die Arbeitszeit oder verwehre ihnen überfällige und bereits im Nachrichtenblatt veröffentlichte Arbeitszeitverkürzungen, obwohl die Anforderungen an den Beruf ständig stiegen.
"Gegenüber denjenigen, die sich gegen diese Politik zu Lasten der Lehrkräfte wehren, kennt der Minister nur gnadenlose Härte. Da spielt sich der Minister als Lordsiegelbewahrer des preußischen Beamtenrechts auf, anstatt mit Vernunft und Augenmaß einen Konflikt nicht noch weiter anzuheizen. Kein Mensch zwingt den Minister gegenüber einer Handvoll Lehrerinnen und Lehrern mit drakonischen Strafen zu reagieren", sagte der GEW-Landesvorsitzende.
Es wäre im Interesse der Schulen gewesen, hätte der Bildungsminister diese Härte gegenüber seinem Fraktionschef Kubicki und Finanzminister Wiegard gezeigt, meinte Matthias Heidn. "Aber was die Streichung von Lehrerstellen betrifft, handelt der Minister nach dem Motto: Es darf auch gerne noch ein bisschen mehr sein!" Sollten zunächst nur so viele Lehrerstellen gestrichen werden, wie dem Schülerrückgang entsprächen, sei jetzt schon von 750 Stellen mehr die Rede. Dabei spreche sich selbst das Institut der deutschen Wirtschaft dafür aus, die sinkenden Schülerzahlen zur Verbesserung der Bildungsqualität zu nutzen. Denn im Gegensatz zur Landesregierung wüssten die Ökonomen: Gute Bildung schaffe Wachstum und könne den Rückstand Schleswig-Holsteins gegenüber den anderen Bundesländern reduzieren.
Harsch ging der GEW-Landesvorsitzende auch mit dem Schulgesetzentwurf der Landesregierung ins Gericht: "Der Minister legt einen Entwurf für ein neues Schulgesetz vor, das an den Gemeinschaftsschulen schon ab Klasse 5 wieder die Kinder in Haupt- und Realschüler aufteilen will. An den Gymnasien stiftet er mit der Möglichkeit zur Wiedereinführung von G-9 Konfusion, weil er damit die Schulen in unnötige Konflikte stürzt. Insgesamt bietet der Entwurf Rückschritt statt notwendigen Fortschritt."
Die GEW werde gemeinsam mit Eltern und Kommunen versuchen, diesen Rückschritt zu verhindern.
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