GEW mobilisiert für landesweiten Warnstreik der Lehrer am 4. Mai
Nach der Weigerung der Arbeitgeber auf die gewerkschaftlichen Forderungen zur Verbesserung der Lehrereingruppierung einzugehen, rufen GEW und dbb/tarifunion bundesweit zu Warnstreiks und Protesten auf. In NRW, mit den meisten angestellten Lehrern unter den westlichen Bundesländern, mobilisieren die Gewerkschaften für einen Warnstreik am 4. Mai. Streikkundgebungen finden in 10 Städten statt, und zwar in Bielefeld, Bochum, Bonn, Duisburg, Düsseldorf, Essen, Gelsenkirchen, Köln, Münster und Wuppertal. In den Schulen muss wieder mit Unterrichtsausfall gerechnet werden.
29.04.2010 Pressemeldung GEW Nordrhein-Westfalen"Für gleiche Tätigkeit und gleiche Leistung besteht Anspruch auf gleichen Lohn", erklärte heute GEW-Landesvorsitzender Andreas Meyer-Lauber mit Verweis auf Artikel 24 der Landesverfassung NRW. Die angestellten Lehrkräfte wollen ihre deutliche Benachteiligung gegenüber ihren verbeamteten Kolleginnen und Kollegen am gleichen Arbeitsplatz nicht weiterhin ertragen und wollen jetzt Ergebnisse sehen. Meyer-Lauber: "Geduld ist zwar eine pädagogische Tugend, aber unsere Kolleginnen und Kollegen sind mit dem schleppenden Verhandlungsverlauf sehr unzufrieden. Deshalb wird am Dienstag gestreikt."
Nach Beobachtung der GEW sind es insbesondere die Vertreter der Landesregierung NRW, die die Probleme der Tarifbeschäftigten ignorieren. Das will die GEW nicht weiter hinnehmen. In einem Schreiben an Finanzminister Linssen hatte Landesvorsitzender Meyer-Lauber für eine konstruktive Verhandlungsposition der Landesregierung geworben. Bislang ohne sichtlichen Erfolg.
Die Vorbereitungen für die Streikkundgebungen und Protestaktionen am 4. Mai laufen auf Hochtouren und werden von den jeweiligen Untergliederungen der GEW vorbereitet. GEW-Landesvorsitzender Andreas Meyer-Lauber wird in Düsseldorf zu den Streikenden sprechen, Tarifexpertin Ilse Schaad vom GEW-Hauptvorstand redet auf der Kundgebung in Duisburg.
Weitere Informationen: Pressesprecher Berthold Paschert, Mobiltelefon: 0170/7319970
GEW-Homepage: www.gew-nrw.de
Hintergrund: Tarifverhandlungen für eine Lehrer-Entgeltordnung (L-EGO)
Die Tarifparteien GEW und dbb/tarifunion fordern für die rund 200 000 angestellten Lehrkräfte bundesweit eine umfassende tarifliche Regelung mit einheitlicher Eingruppierung bei gleichwertiger Tätigkeit und wissenschaftlicher Qualifikation und gleicher Bezahlung von Lehrerinnen und Lehrern aller Schulformen und Schulstufen. Von den Tarifverhandlungen sind allein in NRW über 36.000 Angestellte unmittelbar betroffen.
Von der Tarifgemeinschaft deutscher Länder (TdL) gibt es weiterhin keine Bereitschaft, wissenschaftlich ausgebildete Lehrkräfte genau so zu bezahlen, wie andere Akademiker im öffentlichen Dienst. Trotz genereller Umstellung auf Master-Abschlüsse sollen Lehrkräfte weiter schlechter behandelt und ganze Lehrergruppen wie z.B. die Grundschulpädagogen abgehängt bleiben.
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