Förderbedarf

GEW: So kann Inklusion nicht gelingen

Nach Auffassung der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) sind die Rahmenbedingungen für die Inklusion in Niedersachsens Schulen weiter mangelhaft.

21.06.2019 Niedersachsen Pressemeldung GEW Niedersachsen
  • © www.pixabay.de

Die Grünen-Fraktion im Landtag hatte für die Beratungen am 20. Juni eine Große Anfrage eingebracht, in der die Landesregierung zu verstärkter Unterstützung der inklusiven Schulen aufgefordert wird.

Die Bedingungen, die es für eine gelingende Inklusion bräuchte, würden nur schleppend bis gar nicht geschaffen, bestätigte die GEW. „Beide Regierungsfraktionen müssen jetzt deutlich umsteuern und gemeinsam die Verantwortung für den funktionierenden Ausbau übernehmen“, forderte die GEW-Landesvorsitzende Laura Pooth. „Wenn die Umsetzung der Inklusion im Interesse aller Beteiligten in den Schulen gelingen soll, dann muss das Land die finanziellen Ressourcen zur Verfügung stellen“, führte sie aus. Bisher habe das Land die Schulbeschäftigten bei der Umsetzung dieser wichtigen gesellschaftlichen Aufgabe nur unzureichend unterstützt. Dies müsse sich jetzt endlich ändern.

Besonders kritisch sieht die GEW Zahlen, die eine fatale Entwicklung skizzierten, sagte der stellvertretende GEW-Landesvorsitzende Holger Westphal: „Obwohl der Anteil der Schülerinnen und Schüler mit Förderbedarf an den Regelschulen zugenommen hat, ist ihr Anteil an den Förderschulen nicht im selben Maße gesunken. Da stellt sich die Frage: Wie kann es sein, dass es plötzlich insgesamt viel mehr Kinder und Jugendliche mit Förderbedarf gibt?“ 

Die Ursache findet sich nach Analyse der GEW in der Vorgehensweise. „Schulen erhalten nur dann die notwendigen Ressourcen, wenn sie einzelnen Schülern das Etikett `Förderbedarf´ auf die Stirn kleben. Diese Form der Stigmatisierung ist der falsche Weg. Die Ressourcen müssen dem gesamten System Schule zur Verfügung gestellt werden, ohne einzelne zu etikettieren“, forderte Westphal.

Ansprechpartner

GEW Niedersachsen

Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden