GEW unfair gegenüber jungen Leuten mit erfolgreichem Hauptschulabschluss oder Abschluss einer Förderschule

"Es ist unerträglich, mit welcher Bedenkenlosigkeit die GEW gerade die schwächsten unter den Schülerinnen und Schülern stigmatisiert. Förderschülerinnen und -schüler, die einen regulären Abschluss erwerben, gehören nicht in eine Misserfolgsstatistik, denn sie haben ihre Schule erfolgreich abgeschlossen", sagte Kultusminister Prof. Dr. Olbertz zu einer Pressemitteilung der GEW zur neuen Schulabgängerstatistik. Dasselbe gelte für erfolgreiche Schülerinnen und Schüler mit einem Hauptschulabschluss. Diese Zählweise sei der eigentliche Missbrauch der Statistik, dessen sich die GEW auf dem Rücken ausgerechnet der der Förderschülerinnen und -schüler, ihrer engagierten Lehrerinnen und Lehrer sowie der Eltern schuldig mache. Die von der GEW vorgenommene Kategorisierung "mit einem Hauptschulabschluss oder ganz ohne Abschluss bzw. mit einem Abschluss der Förderschulen" spreche Bände und sei diskriminierend.

16.01.2008 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Kultusministerium des Landes Sachsen-Anhalt

Zu den weiteren Vorwürfen der GEW erklärte der Minister: "Wenn die Zahl der Schülerinnen und Schüler in Sachsen-Anhalt, die ihre Schule ohne Abschluss verlassen, so deutlich sinkt wie in Sachsen-Anhalt, dann ist es nicht überraschend, dass die Zahl der niedrigeren Schulabschlüsse zunächst einmal zunimmt.

Die üblichen - und damit vergleichbaren - Statistiken beruhen auf den Abschlüssen, die in einem bestimmten Jahr abgelegt werden. Die von der GEW angestellte Phasenverschiebung (Geburtsjahrgänge) ist unüblich und für uns nicht nachvollziehbar."

Erhielten 2002 noch 11,7 % der Schülerinnen und Schüler an Sekundarschulen keinen Abschluss, so ging dieser Anteil bis 2007 nach den neuesten statistischen Angaben auf 6 % zurück. Damit verlassen immerhin 94 Prozent der Schülerinnen und Schüler die Sekundarschule erfolgreich, wenn auch in wachsender Zahl mit einem Hauptschulabschluss. "Ein solcher Abschluss ist aber allemal besser als gar kein Abschluss", sagte Olbertz. Unabhängig davon bestünde die Aufgabe fort, auch die Zahl derjenigen jungen Menschen zu erhöhen, die ihre Schullaufbahn mit einem höheren Abschluss als dem Hauptschulabschluss beendeten. Dass die GEW die Sekundarschulen und die Förderschulen als Schulen bezeichne, "in denen die Verlierer des Schulsystems lernen", sei skandalös.

Sorgen bereitete allerdings auch ihm der Umstand, dass der Anteil der Förderschülerinnen und -schüler insgesamt vergleichsweise hoch sei. "Nicht ohne Grund habe ich im Bildungskonvent angeregt, dass wir uns mit dem Förderschulwesen beschäftigen und neue Formen der Integration von Kindern mit Behinderungen – wie sie z.B. in Finnland sehr erfolgreich praktiziert werde – erörtern", sagte der Minister.

Der Anteil der tatsächlichen Schulabbrecher, die ganz ohne einen Abschluss die Schule verlassen, an der Gesamtabgängerzahl betrug 2007 nur noch rd. 4,8 % (den doppelten Abiturjahrgang bereits herausgerechnet).


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