GEW unterstützt Forderungen zur Sicherung der Grundschulnetze
In den vergangenen Wochen mussten sich die Landkreise als Schulträger und Planungsträger der Schulentwicklungsplanung aufgrund neuer Vorgaben zur Bestandsfähigkeit für die Grundschulen und der besonderen Entwicklung in den Förderschulen für den Bereich Lernen mit teils schmerzhaften Einschnitten in ihre bestehenden Schulnetze auseinandersetzen.
20.12.2013 Pressemeldung GEW Sachsen-Anhalt"Durch die Vorgabe einer ausnahmslosen Mindestgröße von 80 Schülerinnen und Schülern für die Grundschulen ab dem Schuljahr 2017/18 werden viele Gemeinden gezwungen, ihr ausgewogenes und unter den jeweiligen örtlichen Gegebenheiten vernünftiges Schulnetz aufzugeben", bewertet der Landesvorsitzende der GEW, Thomas Lippmann, die Folgen der neuen Verordnung. Anders als in den vergangenen zwei Jahrzehnten werde diese Entwicklung nicht durch eine Absenkung der Gesamtschülerzahl erzwungen, sondern sei allein durch Änderungen in den Planungsvorgaben der Landesregierung begründet, so Lippmann.
"Die zunehmende Gegenwehr der betroffenen Gemeinden und der Landkreise gegen diesen erneuten Aderlass ist absolut verständlich und wird von der GEW unterstützt", fügte Lippmann hinzu. Es gäbe Alternativen. Insbesondere die aktuelle Resolution des Kreistages des Saalekreises zeige einen gangbaren Weg auf. Die GEW hält die Forderungen nach der Zulassung von Ausnahmen für berechtigt, wenn die Schließung von Grundschulen zu unverhältnismäßigen Belastungen für die Schülerinnen und Schüler insbesondere durch die Verlängerung der Schulwegzeiten führt oder den Gemeinden zusätzliche Investitionen abverlangt, weil die vorhandenen Schulgebäude eine größere Konzentration der Schülerinnen und Schüler in weniger Schulstandorten nicht zulassen.
"Die Landesregierung ist gefordert, die Signale aus den Landkreisen ernst zu nehmen und die Verordnung nachzubessern." Ohne die Möglichkeit, auf die konkreten Gegebenheiten vor Ort mit differenzierten Regelungen reagieren zu können, würde Gemeinderäten in den kommenden Jahren immer wieder zu Entscheidungen über Schulschließungen bzw. massive Änderungen von Schuleinzugsbereichen gezwungen, die in der Öffentlichkeit nicht mehr vermittelbar sind und von den Eltern nicht akzeptiert werden.
Die Folge würde nicht nur ein weiterer Vertrauensverlust gegenüber der Politik sondern auch eine weitere Welle von Ersatzschulgründungen freier Träger sein. "Die kompromisslose Schließung von Grundschulen hilft am Ende niemandem, nicht den Schülern und ihren Eltern, nicht den Gemeinden und auch nicht der Landesregierung. Die bisher beispielhafte Arbeit in den Grundschulen würde nicht verbessert, sondern grundsätzlich in Frage gestellt.", so Lippmann.
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