GEW: Ziel der Landespolitik: "Schuldenfrei aber dumm"

"Es ist uns leid, die neuen, noch verschärften Abbauzahlen für Lehrer, Pädagogische Mitarbeiter und Hochschulbeschäftigte zu diskutieren, ohne dass ein Stück bildungspolitische Vernunft dahinter steckt", erklärte GEW-Landeschef, Thomas Lippmann, zu den Veröffentlichungen des Finanzministeriums Sachsen-Anhalts vom gestrigen Tag.

09.07.2008 Sachsen-Anhalt Pressemeldung GEW Sachsen-Anhalt

Das durch Finanzminister Bullerjahn angestrebte Ziel könne man in der Wirkung für die jungen Menschen unseres Bundeslandes sarkastisch nur mit "zukünftig schuldenfrei aber dumm" beschreiben.

Die Schüler des Jahres 2020 sind längst geboren, so dass man genau weiß, dass ab 2012 jeder Lehrer, der in Rente geht, ersetzt werden muss. Wer also darüber hinaus Schulpersonal abbauen will, verschlechtert das Bildungssystem. "2500 zusätzlich abgebaute Lehrerstellen sind direkter Bildungsentzug", sagte Lippmann. Das Gleiche trifft auf die Hochschulen zu. Der für sie angedachte Aderlass von ca. 1200 Stellen bewegt sich in der Größenordnung der Magdeburger Universität oder aller vier Fachhochschulen des Landes. Das käme einem "Hochschulkahlschlag" gleich. Sachsen-Anhalt hat schon jetzt eine Schlusslichtposition von Hochschulbeschäftigten pro Einwohner.

Besonders bezeichnend ist, dass gerade am letzten Schultag vor den Sommerferien der Lehrerabbau die Medien beherrscht. "Warum zu diesem Zeitpunkt der Innenminister wegen des Polizeiabbaus protestiert aber der Kultusminister schweigt, mögen die Eltern, Lehrer und Schüler bewerten", sagte Lippmann.

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