GEW zweifelt an Willen der Landesregierung beim Lehrertarifvertrag
Der GEW-Landeschef Thomas Lippmann ist es leid, weiter das von der Leitung des Kultusministeriums inszenierte "Tariftheater" zu beobachten, bei dem die Hauptakteure, nämlich die Gewerkschaften und das für Tarifverhandlungen zuständige Finanzministerium, nicht mal auf der Bühne sind.
31.08.2007 Sachsen-Anhalt Pressemeldung GEW Sachsen-AnhaltSolche "Seifenopern sind dem Gegenstand des immer noch schwelenden Tarifkonflikts unwürdig", sagte heute Lippmann in Reaktion auf die Meldung in der Mitteldeutschen Zeitung, dass das "Tauwetter vorbei" sei. Es gehe um die Unterrichtsversorgung an den Schulen, um die Motivation der Lehrerinnen und Lehrer und letztlich um das Niveau der Bildung in Sachsen-Anhalt. Dass dabei auch das Geld der Kolleginnen und Kollegen eine Rolle spiele, sei ein Binsenweisheit.
Wenn Kultusstaatssekretär Willem öffentlich die kaum geknüpften Fäden zu erneuten Gesprächen zerreißt, "sollte er nicht anschließend wieder versuchen, der GEW und der dbb-Tarifunion den "Schwarzen Peter" zuzuspielen", sagte Lippmann. Wenn der Staatssekretär hofft, seine öffentlichen Drohgebärden könnten die Beschäftigten und ihre Gewerkschaften für seine Vorhaben gefügiger machen, so wird er feststellen müssen, dass er seine "Rechnung ohne den Wirt gemacht" hat. Die Mitglieder der GEW wussten bei ihrer großen Zustimmung zur Kündigung des Tarifvertrages um die möglichen Konsequenzen und sind bereit, diese zu tragen. Sie setzten allerdings für neue Verhandlungen auf Vernunft bei der Landesregierung und nicht auf die Fortsetzung der bisherigen "Politik der Zumutungen" für die Tarifbeschäftigten.
"Wir sind nach wie vor zu Verhandlungen bereit", erklärte Lippmann. Dazu müssten dann aber endlich konkrete und verhandelbare Angebote auf den Tisch.
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