Bayern

"Grünes Klassenzimmer": Schulen und Umweltverband kooperieren

Umwelt im Unterricht zu thematisieren, ist wichtig. Das haben viele Schulen bereits erkannt. Doch nicht immer ist es einfach, biologische Vielfalt, nachhaltigen Konsum oder Wasserverbrauch kindgerecht aufzuarbeiten und erfolgreich zu vermitteln. Daher geht die Kreisgruppe Bad Tölz-Wolfratshausen des Landesbundes für Vogelschutz in Bayern (LBV) nun neue Wege in der Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE): In Zusammenarbeit mit fünf Volksschulen im Landkreis werden theoretische Unterrichtsinhalte mit praktischen Arbeiten und Exkursionen in einem dreijährigen Projekt verknüpft.

12.07.2010 Pressemeldung Deutsche Bundesstiftung Umwelt (DBU)
  • © Christian Stierstorfer/LBV-Bildarchiv

"Das Vorhaben zeigt beispielhaft auf, wie Umweltschutzverbände und Schulen gemeinsam die nachhaltige Entwicklung stärken können", erklärte Dr. Fritz Brickwedde, Generalsekretär der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), der heute den Bewilligungsbescheid an den LBV-Kreisvorsitzenden Walter Wintersberger überreichte. Die Stiftung fördert das Projekt mit rund 47.000 Euro.

"Die Besonderheit des Projektes liegt in der langfristigen und partnerschaftlichen Kooperation von LBV und den beteiligten Schulen", erläuterte Wintersberger. Neu sei auch die Einbindung und Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Umwelt und Kultur (ZUK) in Benediktbeuern. Im Projektnetzwerk haben sich die Primarstufen der Volksschulen Dietramszell, Bad Heilbrunn, Königsdorf, Egling und der Jahn-Volksschule Bad Tölz zusammengeschlossen. An einer der Schulen wird das Konzept für die Klassen fünf bis sieben in Ganztagsschulen erarbeitet. Mit den Rektoren und Lehrerkollegien der Schulen würden geeignete Pläne entwickelt, um Theorie und Praxis für die Schüler optimal zu verknüpfen, so Wintersberger. Dafür solle jeweils zum Schuljahresbeginn eine Konferenz pro Schule stattfinden, die auch die Anschlussfähigkeit an den offiziellen Lehrplan sicherstelle, aber auch auf schulspezifische Besonderheiten eingehe. Ein erster Probedurchlauf sei bereits erfolgreich durchgeführt worden.

In den dritten und vierten Klassen sollen für die Lehrplanthemen "Waldökosysteme" und "Wasser" jeweils mindestens drei Lernmodule angeboten werden, darunter zum Beispiel "Wald als Lebensraum" oder "Lebensraum Fließgewässer". Ergänzt werden die Lernmodule mit regionalen Schwerpunkten. Im lokalen Umfeld der Schulen soll beispielsweise mit Landwirten, Jägern, Fischern oder Naturschützern zusammengearbeitet werden.

"Die Exkursionserlebnisse sollen aber nicht nur im Sachunterricht behandelt werden. Wir streben an, dass die gewonnenen Eindrücke auch fächerübergreifend im Werk-, Kunst- und Deutschunterricht bearbeitet werden", erklärte Wintersberger. Die Projektergebnisse sollen gemeinsam von Kindern, Lehrern und Eltern festgehalten und in Ausstellungen in Schulen oder den lokalen Gemeindeverwaltungen gezeigt werden.

Nach Abschluss des Projektes sei laut Wintersberger dann eine Fachtagung in Kooperation mit dem ZUK Benediktbeuern geplant. Die lokalen Ergebnisse dieses Modellvorhabens sollen so einem breiteren Fachpublikum zugänglich gemacht werden, um die Grundlage für eine landesweite Verbreitung des Konzeptes zu schaffen.


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