Grundschulempfehlungen sind von hoher pädagogischer Verantwortung geprägt.

Dem Vorstoß von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, die Grundschulempfehlungen abzuschaffen, erteilt der nordrhein-westfälische Philologen-Verband eine ge­nerelle Absage. In der heutigen Landtagsanhörung betonte der Philologen-Verband, dass die aktuelle nordrhein-westfälische Regelung eine ausgewo­gene Balance zwischen Elternwahlrecht und der Verpflichtung des Staates vollzieht, wonach für die Aufnahme in die weiterführende Schulform gemäß Artikel 10 der Landesverfassung Anlage und Neigung des Kindes maßgebend sind.

27.01.2010 Pressemeldung Philologenverband NRW (PhV NRW)

"Den Grundschullehrerinnen und -lehrern ´staatlich verordnete Hellseherei´ zu unterstellen, zeugt von tiefem Misstrauen gegenüber der Prognosefähigkeit der Grundschullehrer. Im letzten Schuljahr wurden nur 1,3 Prozent der betrof­fenen 176.000 Viertklässlerinnen und Viertklässler zum Prognoseunterricht angemeldet. Bei diesem Prognoseunterricht bestätigten wiederum 2/3 aller Fälle die Grundschulempfehlungen. Danach haben in den letzten Jahren 99 Prozent der Schülerinnen und Schüler nach der vierten Klasse eine Empfeh­lung für die weiterführende Schule erhalten, die auch dem Wunsch der Eltern gerecht wird", so Peter Silbernagel, Vorsitzender des Philologen-Verbandes.

Wichtig ist gewiss auch, dass nach dem Wechsel an eine weiterführende Schule in recht kurzen Zeitabständen während der Schullaufbahn des Kindes von der 5. bis zur 7. Klasse immer wieder überprüft wird, ob der Besuch einer anderen weiterführenden Schule empfohlen werden kann. Darüber hinaus funktioniert die Durchlässigkeit vor allem auch nach dem Erreichen eines Bil­dungsabschlusses. "Es gibt in Nordrhein-Westfalen keinen Abschluss ohne weitere Anschlussmöglichkeiten", hebt Peter Silbernagel hervor.

Die von der GRÜNEN-Partei empfohlenen ´Individuellen Lernentwicklungsbe­richte´, die an die Stelle von Grundschulempfehlungen treten sollen, lösen kein Problem. Man kann sich nicht der Verantwortung entziehen, Kindern und Ju­gendlichen in unterschiedlichen Schulformen und differenzierten Bildungs­gängen eine gute schulische Förderung und Unterstützung zukommen zu lassen.


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