Gute Schulen gemeinsam entwickeln

Rund 420 Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben sich zur Fachtagung "Externe Evaluation von Schulen in Rheinland-Pfalz" angemeldet, zu der die Agentur für Qualitätssicherung, Evaluation und Selbstständigkeit von Schulen (AQS) für den heutigen Montag ins Kurfürstliche Schloss in Mainz geladen hatte. Neben Schulleitungen, Lehrkräften, Eltern- und Schülervertretern sind unter den Gästen auch zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Wissenschaft sowie Bildungsexpertinnen und –experten aus anderen Bundesländern.

29.10.2007 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

"Wir sind positiv überrascht, dass die Frage schulischer Qualitätsentwicklung so viele Menschen bewegt", so Paul Pardall, Leiter der AQS. In einer 18-monatigen Pilotphase hatte das AQS-Team Methoden und Verfahren zur externen Evaluation von Schulen entwickelt und gemeinsam mit 50 freiwilligen Schulen erprobt. Bis Sommer kommenden Jahres werden die AQS-Teams 250 Schulen in Rheinland-Pfalz besuchen und die Verfahren einsetzen.

"Gute Schulen kann man nur gemeinsam entwickeln", so das Resümee des AQS-Leiters. Dazu bedarf es einerseits die Bereitschaft der Schulen, neue Wege zu gehen. Auf der anderen Seite stellt die externe Evaluation hohe Anforderungen an die Professionalität der Besuchsteams. Sorgfältige und frühzeitige Information aller Beteiligten, Genauigkeit im Umgang mit empirischen Daten und Sensibilität bei der Rückmeldung der Ergebnisse sind zentrale Voraussetzungen für einen erfolgreichen Evaluationsprozess. Alle wesentlichen Ergebnisse der Pilotphase hat die AQS in einer Dokumentation zusammengefasst, die bei der Fachtagung allen Teilnehmern zur Verfügung gestellt wird.

In ihrem Eröffnungsvortrag ging Bildungsministerin Doris Ahnen, auf den Orientierungsrahmen Schulqualität ein, der wesentliche Merkmale für guten Unterricht und gute Schule beschreibt. Diese Handreichung, die allen Schulen in Rheinland-Pfalz seit dem Schuljahresbeginn 2007/2008 zur Verfügung steht, bildet die gemeinsame Arbeitsgrundlage für die Schule und die AQS bei der externen Evaluation. Dabei setzt Ministerin Ahnen klare inhaltliche Schwerpunkte: "Die Erfolge unserer Schülerinnen und Schüler werden ganz wesentlich durch den Unterricht geprägt. Ziel aller pädagogischen Bemühungen muss es sein, jedes Kind und jeden Jugendlichen entlang seiner Fähigkeiten und Möglichkeiten zu unterstützen. Das verstehe ich unter Individueller Förderung", so Ahnen.

Dass sich die AQS mit ihren Methoden und Verfahren der externen Evaluation auf dem aktuellen Stand von Wissenschaft und Praxis bewegt, zeigten die Fachbeiträge der geladenen externen Referentinnen aus dem In- und Ausland, die wesentliche Inhalte und Standards schulischer Qualitätsarbeit beschreiben. So widmete sich der Schweizer Professor Dr. Rolf Dubs von der Universität St. Gallen der Frage, wie externe Evaluation die Qualitätsentwicklung von Schulen unterstützen kann. Am Nachmittag berichtet Professor Dr. Andreas Helmke, wissenschaftlicher Berater der AQS, über die Bedeutung der Unterrichtsqualität. Prof. Dr. Isabell van Ackeren von der Universität Mainz beschäftigt sich mit dem Thema Schulmanagement und Schulleben und Dr. Dorit Stenke vom Sächsischen Bildungsinstitut berichtet über die Erfahrungen bei der Rückmeldung der Evaluationsergebnisse an Schulen.

Spannend dürfte auch die Abschlussdiskussion werden. Unter dem Titel "Quo vadis schulische Qualitätsentwicklung?" beschäftigen sich Bildungsfachleute, Vertreterinnen und Vertreter der Eltern, der Schulträger und der Wirtschaft gemeinsam mit Bildungsstaatssekretärin Vera Reiß unter anderem mit der Frage, welche Unterstützung die Schulen auf dem Weg zu mehr Selbstständigkeit benötigen.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden