Gute Schulleiter gesucht?

Der Sprecher des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE) in Südbaden, Josef Klein (Rickenbach), begrüßt die Bildungsoffensive des Landes, die eine halbe Milliarde Euro in den Bildungsbereich schwemmen soll. Dass dabei auch die Anrechnungszeit für Schulleitungen berücksichtigt werden soll, sei längst überfällig und entspricht einer langjährigen Forderung des VBE.

25.09.2008 Baden-Württemberg Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband Baden-Württemberg

Dass Ministerpräsident Oettinger und Kultusminister Rau aber nun in der Öffentlichkeit gleich den großen Wurf verkünden, geht dem VBE nun doch etwas zu weit. Denn auch nach der für kleinere Schulen minimalen Erhöhung der Anrechnungsstunden gibt es, so Klein, immer noch Hindernisse, die potentielle Bewerber vom Sprung auf den Rektorenstuhl abhalten werden.

So hat das Land Baden-Württemberg für neu besetzte Schulleitungsstellen eine persönliche Wartezeit und eine Beförderungssperre gesetzt, die die Neuernannten im Schnitt ein Jahr lang die höherwertige Arbeit verrichten lassen, ohne jedoch die angemessene Bezahlung dafür zu bekommen. Obwohl entsprechende Beschlüsse des Bundesverfassungsgerichtes für ein anderes Bundesland (NRW) vorliegen, habe Baden-Württemberg bisher nicht die Konsequenzen gezogen und die Beförderungssperre abgeschafft. Der geringe Gehaltsunterschied zum Lehramt sorge weiter dafür, dass sich Kandidaten keine deutlich höhere Verantwortung und ein Vielfaches an Mehrarbeit aufladen wollen.

Schwer wiege aber auch, so Klein, dass das Land die Schulleitungsstellen nur verbal als Leitungsstellen mit Lehrauftrag definiert. In Wirklichkeit wird den Schulleitern ein hoher Lehrauftrag mit zusätzlicher Schulleitung aufgebürdet.

Der VBE ist überzeugt, dass seitens der Landesregierung noch einige Schritte zu gehen sind, bis ein echtes Auswahlverfahren um die dann hoffentlich attraktiven Schulleitungsstellen stattfinden kann.


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