Gymnasien abschaffen, finanziell aushungern, von innen her aushöhlen oder auf Oberstufe verkürzen?
Anlässlich der bevorstehenden Landtagswahlen in Hessen, Niedersachsen und Hamburg hat der Bundesvorsitzende des Deutschen Philologenverbandes, Heinz-Peter Meidinger, die Parteien von SPD und Grünen aufgefordert, endlich öffentlich Farbe zu bekennen, wie sie mit den Gymnasien im Falle einer eventuellen Regierungsübernahme umgehen wollten.
22.01.2008 Pressemeldung Deutscher Philologenverband (DPhV)"Es ist schlichtweg untragbar, dass sich SPD und Grüne in den laufenden Landtagswahlkämpfen nicht oder nur verschwommen zur Zukunft der Gymnasien in einer von ihnen geführten Landesregierung äußern. Es bleibt ein unauflösbarer Widerspruch zwischen dem erklärten Wahlkampfziel der Spitzenkandidaten beider Parteien, die Gemeinschaftsschule als eine die bisherigen Schularten ersetzende Gesamtschule durchzusetzen, und einzelnen Äußerungen, das Gymnasium nicht abschaffen zu wollen", erklärte der Verbandsvorsitzende in Berlin.
Es sei bekannt, dass eine Reihe rot-grüner Bildungspolitiker die erklärte Absicht hätten, das Gymnasium als attraktive und leistungsstarke Konkurrenz zur Gemeinschaftsschule zu schwächen und mittelfristig in ein integriertes System zu überführen.
Meidinger äußerte die begründete Befürchtung, dass in beiden Parteien bereits konkrete Pläne in der Schublade lägen, das Gymnasium finanziell auszuhungern bzw. von innen her auszuhöhlen. Als Beispiele nannte der DPhV-Vorsitzende Verordnungen, wonach Gymnasien gezwungen würden, alle Schüler aufzunehmen und diese ohne Sitzenbleiben zur Mittleren Reife oder zum Abitur zu führen. Der Verbandschef dazu: "Dann steht zwar noch Gymnasium auf dem Türschild, im Inneren hätten wir aber die reinste Gesamtschule!"
Er kritisierte auch das rot-grüne Vorhaben, viel Geld in die Umgestaltung der Schulstruktur hin zu Gemeinschaftsschulen zu stecken, das dann den bestehenden Schulen des gegliederten Systems fehlen würde. "Die Wähler und insbesondere die Eltern von Gymnasiasten haben vor dem Wahltermin ein Recht darauf, von allen Parteien genau zu erfahren, was mit den Gymnasien in ihrem Bundesland passieren würde, falls diese Partei Regierungsverantwortung übernehmen würde!", betonte Meidinger und verwies auf eine Forsa-Umfrage von Ende November 2007, wonach 89 Prozent der Bundesbürger und auch über 80 Prozent der Anhänger von SPD und Grünen gegen eine Abschaffung der Gymnasien votieren.
Abschließend sagte er: "Wir wollen keinen Schulkampf, aber jede Partei, die bildungsinteressierten Eltern und leistungsbereiten Schülern die Schulart Gymnasium wegnehmen will, muss mit härtestem Widerstand rechnen!"
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