Auswertung

Hamburgs Schulen bei Digitalisierung bundesweit auf Platz 1 

Wie eine aktuelle Auswertung des Bundesministeriums für Verkehr und Infrastruktur (BMVI) zeigt, liegen Hamburgs Schulen bei der Digitalisierung deutschlandweit auf Platz 1. 444 von 480 Hamburger Schulen verfügen bereits jetzt über einen Breitbandanschluss, das sind 91,2 Prozent.

31.07.2019 Bundesweit, Hamburg Pressemeldung Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)
  • © Africa Studio - stock.adobe.com

Noch besser sieht es bei den 360 staatlichen Schulen aus: Hier haben sogar 100 Prozent aller Schulen einen Breitbandanschluss. Laut Statistik des Bundesministeriums sind in den Nachbarländern Schleswig-Holstein und Niedersachsen 17,8 Prozent bzw. 19,0 Prozent noch ohne Breitbandanschluss. Schlusslichter sind Sachsen-Anhalt (50,9 Prozent) und Sachsen (40,4 Prozent).

Schulsenator Ties Rabe zeigte sich erfreut: „Hamburgs Schulen sind schon jetzt bei der Digitalisierung deutschlandweit vorne. Das gilt nicht nur für den Breitbandanschluss. In jedem zweiten Unterrichtsraum gibt es bereits jetzt eine digitale Tafel, zudem verfügen die Schulen über rund 30.000 Laptops und Computer, sodass jede fünfte Hamburger Schulklasse jederzeit an entsprechenden Geräten arbeiten kann. Hamburgs Schülerinnen und Schülern stehen damit doppelt so viele Computer an den Schulen zur Verfügung wie im Bundesdurchschnitt.“

Rabe weiter: „Wir werden Hamburgs Schulen sukzessive mit modernster Digitaltechnik ausstatten, denn wir wollen Hamburgs Schülerinnen und Schüler gut auf das Leben und Arbeiten in der digitalen Welt vorbereiten. Neben Schulbuch, Arbeitsheft und Füller sollen künftig auch Laptops, Tablets und Smartphones ganz selbstverständlich in allen Fächern eingesetzt werden.“

Hamburg hatte im März, unmittelbar nach Beschluss des #Digitalpakts Schule seine konkreten Pläne zur Digitalisierung von Hamburgs Schulen vorgestellt. Aktuell werden alle Schulen mit WLAN ausgestattet, so dass bis 2023 alle rund 13.200 Klassen- und Fachräume der staatlichen Schulen ein leistungsfähiges WLAN mit Gigabit-Technik bekommen. Noch in diesem Jahr soll auch ein großes Beschaffungsprogramm für neue digitale Tafeln in jedem Unterrichtsraum und weitere rund 25.000 Laptops oder Tablets gestartet werden. Parallel laufen bereits die Schulungen für Lehrkräfte und der Ausbau von Unterrichtsmodellen mit digitalen Medien.

Kurz vor den Sommerferien hatte Hamburg als erstes aller Bundesländer die Förderrichtlinie zum Digitalpakt beschlossen und veröffentlicht, in der genau festgelegt ist, wie Hamburgs staatliche und private Schulen von den insgesamt 128 Millionen Euro Bundesgeldern profitieren können:

Förderrichtlinie Digitalpakt in Hamburg
Bundestags-Drucksache zum Digitalausbau von Schulen

Umsetzung des Digitalpakts Schule in Hamburg

Hamburgs Schulen werden in den nächsten fünf Jahren auf den neusten Stand der Digitaltechnik gebracht. Alle rund 13.200 Klassen- und Fachräume der 338 allgemeinbildenden und 32 berufsbildenden staatlichen Hamburger Schulen werden mit neuen „digitalen Tafeln“ sowie modernstem WLAN ausgestattet. Darüber hinaus will die Schulbehörde zusätzlich zu den vorhandenen rund 30.000 Computern weitere 30.000 Laptops sowie 15.000 Mikrocomputer für den Einsatz im Unterricht beschaffen. Abgerundet wird das Programm von einem umfangreichen Fortbildungsprogramm für Lehrkräfte sowie zahlreichen neuen digitalen Unterrichtsangeboten. Schulsenator Ties Rabe: „Mit 128 Millionen Euro aus dem „Digitalpakt“ werden wir Hamburgs Schulen mit modernster Digitaltechnik ausstatten, denn wir wollen Hamburgs Schülerinnen und Schüler gut auf das Leben und Arbeiten in der digitalen Welt vorbereiten. Neben Schulbuch, Arbeitsheft und Füller sollen künftig auch Laptops, Tablets und Smartphones ganz selbstverständlich in allen Fächern eingesetzt werden.“

Hamburg setzt mit diesem Ausbauprogramm den „Digitalpakt Schule“ zwischen Bund und Ländern um. Im März 2019 hatte der Bundesrat mit einer Grundgesetzänderung das so genannte Kooperationsverbot erheblich gelockert, so dass der Bund den Ländern künftig Investitionszuschüsse für Schulen geben kann. Gleichzeitig bekräftigten die 16 Länder in der Kultusministerkonferenz eine Vereinbarung, nach der der Bund den Ländern von 2019 bis 2023 jedes Jahr eine Milliarde Euro für die Digitalisierung der Schulen zur Verfügung stellt. Auf Hamburg entfallen davon jährlich rund 25,5 Millionen Euro, insgesamt knapp 128 Millionen Euro. Umgekehrt verpflichteten sich die Länder, weitere rund zehn Prozent der Fördersumme aus eigenen Mitteln zu investieren. Schulsenator Ties Rabe, der als Vertreter aller SPD-geführten Kultusministerien in Deutschland den Digitalpakt maßgeblich ausgehandelt hatte: „Natürlich hat es ein bisschen gedauert, aber mit dieser Vereinbarung haben die Große Koalition in Berlin und die 16 Länder gezeigt, dass die Politik in Deutschland vernünftige, gute Verbesserungen auf den Weg bringen kann.“

Hamburg hatte im Juni 2019 die entsprechenden vertraglichen Vereinbarungen und die notwendigen Förderrichtlinien veröffentlicht, so dass das Ausbauprogramm Fahrt aufnehmen kann. Rabe: „Wir legen bei unserem erfolgreichen landeseigenen Ausbauprogramm noch einmal ordentlich nach. Denn wir fangen ja nicht bei null an. Hamburgs ist das einzige Bundesland, in dem schon jetzt alle (staatlichen) Schulen an das moderne Glasfasernetz angeschlossen sind. Alle Klassenräume haben einen Netzwerkanschluss, alle Lehrerzimmer WLAN, alle Mitglieder der Schulleitung sowie das Schulbüro eigene Computer, mit denen sie ungehinderten Zugang zu unserer Schulverwaltungssoftware „DiViS“ haben. Und mit knapp fünf Computern pro Klasse stehen Hamburgs Schülerinnen und Schülern doppelt so viele Computer zur Verfügung wie im Bundesdurchschnitt.“

Von den 128 Millionen Euro werden vereinbarungsgemäß rund zehn Prozent für länderübergreifende Projekte und landeseigene übergeordnete Maßnahmen zur Verfügung gestellt. So plant Hamburg gemeinsame Projekte mit anderen Bundesländern im Bereich der Schülerlernplattformen, schulischer Kommunikationsplattformen oder der Lehrerfortbildung. 90 Prozent fließen direkt in die bessere Ausstattung der privaten und staatlichen Schulen. Für die staatlichen Grundschulen, Stadtteilschulen, Gymnasien und Sonderschulen sind rund 90 Millionen Euro vorgesehen. Die Summe wird in etwa zu gleichen Teilen für den Ausbau des WLAN in allen Klassen- und Fachräumen sowie für neue digitale Endgeräte wie digitale Displays oder Laptops für Schüler eingesetzt.

So sollen bis 2023 alle rund 13.200 Klassen- und Fachräume der staatlichen Schulen ein leistungsfähiges WLAN mit Gigabit-Technik bekommen. Das WALN ist im Vergleich zur privaten Anwendung sehr aufwendig, damit beispielsweise mehrere hundert Schülerinnen und Schüler einer Schule gleichzeitig mit aufwendigen Unterrichtsprogrammen „ruckelfrei“ lernen und dabei mit den unterschiedlichsten eigenen Smartphones arbeiten können, zudem wird das W-LAN mit modernsten Jugendschutzfiltern ausgestattet. 

Zusätzlich bekommen alle Unterrichtsräume „digitale Tafeln“ wie zum Beispiel große „Touch-Screen-Bildschirme“ oder „Computer-Beamer-Kombinationen“. Zurzeit verfügt rund die Hälfte aller Unterrichtsräume über eine digitale Präsentationstechnik. Über digitale Displays können Lehrkräfte und Schüler beispielsweise das Internet im Klassenzimmer oder Filmsequenzen und Lernprogramme aufrufen und interaktiv mit diesen Programmen arbeiten.

Das Ausbauprogramm umfasst zudem die Beschaffung von rund 30.000 weiteren Laptops oder Tablets zur Nutzung für die Schülerinnen und Schüler. Zusammen mit den bestehenden Computern könnten dann alle Schülerinnen und Schüler in mehr als einem Drittel aller Unterrichtsstunden schuleigene Geräte nutzen. Grundsätzlich setzt Hamburg jedoch – wie mit dem Bund und den Ländern vereinbart – darauf, dass die Schülerinnen und Schüler hauptsächlich ihre eigenen Smartphones im Unterricht einsetzen können (Prinzip „Bring your own device“ BYOD) und die Schule lediglich jenen Schülerinnen und Schüler ein Gerät zur Verfügung stellt, die selbst keines haben.

Im Rahmen des Digitalpaktes wird Hamburg überdies rund 15.000 Mikrocomputer für die Klassenstufen 4 bis 6 beschaffen. Mit diesen Mikrocomputern, beispielsweise mit dem Modell Calliope“, können die Schülerinnen und Schüler bereits gegen Ende der Grundschulzeit sehr leicht die ersten Programmierschritte lernen.

Schulungsprogramm für Lehrkräfte

Um die Lehrkräfte gut auf die neuen Techniken vorzubereiten, hat Hamburg bereits im Februar mit einem Schulungsprogramm begonnen. In einem ersten Schritt werden zurzeit alle Fachleitungen der Hauptfächer an weiterführenden Schulen geschult, ab dem nächsten Jahr folgen die Fachleitungen der Hauptfächer an Grundschulen, danach weitere Lehrkräfte. Die so geschulten Fachleitungen sollen als Multiplikatoren an ihren Schulen ihre Fachkollegen in die neuen Unterrichtstechniken einführen.

Digitale Unterrichtsbausteine im "digital.learning.lab"

Parallel geht der Ausbau der digitalen Unterrichtsbausteine weiter. Im September 2018 ging die Internet-Plattform "digital.learning.lab" online, mit der Hamburgs Lehrkräfte bei der Entwicklung digitaler Unterrichtseinheiten unterstützt werden. Sie bietet kostenlose digitale Unterrichtsbausteine zum Download in zahlreichen Fächern, eine Toolbox mit passenden Unterstützungsangeboten sowie Hintergrundmaterial mit Forschungsergebnissen und Trends. Inzwischen liegen fast 100 Unterrichtsbausteine vor, die von Hamburgs Lehrkräften entwickelt und im Unterricht bereits erprobt wurden. Entwickelt wurde die Plattform von der Technischen Universität Hamburg (TUHH), der Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB) und der Joachim Herz Stiftung. Anlage und Umfang dieser Best-Practice-Sammlung sind deutschlandweit einmalig. Hamburg gilt in diesem Bereich als Vorreiter.

Web-basierte Lernprogramme "Bettermarks" und "kapiert.de"

Ergänzend dazu können alle Stadtteilschulen und Gymnasien im Mathematikunterricht bereits jetzt die web-basierten Lernprogramme "Bettermarks" und "kapiert.de" kostenlos einsetzen. Die Schulbehörde hat die entsprechenden Lizenzen erworben, so dass Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte beispielsweise per Smartphone-App auf beide Programme zugreifen und vertieft üben und wiederholen können – beispielsweise als Ergänzung zum Unterricht der zur Vorbereitung auf Klassenarbeiten. Beide Programme interagieren mit dem Benutzer und geben entsprechende Rückmeldungen.

Digital Leaning Lab Hamburg https://digitallearninglab.de/ 
EduPort https://eduport.hamburg.de/ 


Mehr zum Thema


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden