Hessen rüstet sich für das Landesabitur

Nach der erfolgreichen Einführung von Landesprüfungen in den Bildungsgängen Haupt- und Realschule rüstet sich Hessen jetzt für das Landesabitur: Rund 18.000 Schülerinnen und Schüler, die in diesem Sommer in die Jahrgangsstufe 11 kommen, werden die ersten sein, die am Ende des Schuljahres 2006/07 nach landesweiten Aufgabenstellungen geprüft werden. "Das Landesabitur wird gewährleisten, dass die Fähigkeiten und Qualifikationen unserer Abiturientinnen und Abiturienten weitestgehend gleich beurteilt werden", erklärte heute der Staatssekretär im Kultusministerium, Joachim Jacobi, anlässlich einer Auftaktveranstaltung in der Elly-Heuss-Schule in Wiesbaden. Auf Einladung des Ministeriums waren dort rund 150 Gymnasiallehrkräfte aus ganz Hessen versammelt, die ab heute in 25 Fachkommissionen tätig werden, um die Vorbereitung des Landesabiturs zu unterstützen.

01.06.2004 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

"Die Diskussion über Bildungsstandards und länderübergreifende Vergleichsarbeiten zeigt, dass wir das Qualitätsniveau und die Validität der Schulabschlüsse weiterentwickeln müssen", so der Staatssekretär. Vergleichbare Anforderungen und Bedingungen auf Landesebene und damit eine größtmögliche Objektivität würden zu einer Aufwertung des Abschlusses führen und den hessischen Abiturientinnen und Abiturienten bessere Ausbildungs- und Lebenschancen eröffnen.

Um den Anforderungen der Vergleichbarkeit gerecht zu werden, werden im Landesabitur in allen Fächern, in denen schriftliche Prüfungen im Leistungskursbereich und im dritten Prüfungsfach anstehen, die Aufgabenstellungen landesweit einheitlich sein. Dabei stehen drei bis fünf gleichwertige vollständige Aufgabenformate zur Auswahl. Um andererseits auch der Vielfalt von Inhalten, Lern- und Leistungsformen in der gymnasialen Oberstufe Rechnung zu tragen, werden die weiteren Prüfungsteile schulbezogen organisiert. "Die Aufgaben für die mündliche Prüfung und Präsentation obliegen der Schule", verdeutlichte der Staatssekretär.

Aufgabe der Fachkommissionen wird es nun sein, auf Basis der Lehrpläne bis zum Frühjahr 2005 ein erstes Set von Beispielaufgaben für die zentralen Abitur-Aufgaben und die Rahmenbedingungen für die Einführungsphase zu entwickeln. "Das bisherige System der Auswahl von Abituraufgaben ist grundlegend auch für die Erarbeitung der Aufgaben im Landesabitur", machte Jacobi deutlich, dass die hessischen Schulen über eine langjährige Erfahrung beim Erstellen von adäquaten Aufgabenstellungen für die Abiturprüfung verfügen.

Diese ersten Aufgaben (Musteraufgaben mit Erwartungshorizont und Bewertungsvorgaben), die von den Fachkommissionen entworfen werden, sollen im Frühjahr 2005 als Beispielaufgaben veröffentlicht und zur Diskussion gestellt werden. Auch die formalen Bedingungen der Prüfung werden bis dahin per Erlass festgelegt sein. "Damit wird gewährleistet, dass sowohl die Schülerschaft, die im Sommer 2005 in die Qualifikationsphase eintritt, als auch die unterrichtenden Lehrkräfte schon zu Beginn der abiturrelevanten Kursphase entsprechend informiert sein werden", sagte Jacobi.

Schließlich wird die Abiturprüfung nicht anders gewichtet als bislang: Die Berechnung der Qualifikation, die das Gesamtergebnis aus den im Leistungskurs-, Grundkurs- und Abiturbereich erreichten Punkten darstellt, wird mit der Einführung des Landesabiturs nicht verändert.


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