"Holt die Lehrer von der Straße!"
"Holt die Lehrer von der Straße, denn sie werden in den Schulen gebraucht" appelliert der Verband Deutscher Realschullehrer (VDR) am "Tag der Arbeit" an die Landesregierung.
30.04.2013 Pressemeldung Verband Reale BildungViele Lehrkräfte, die über Jahre hinweg in Vertretungsunterricht eingesetzt waren und hier hervorragende Arbeit geleistet haben, müssen befürchten, dass ihre bis zum letzten Schultag befristeten Verträge nicht mehr verlängert werden. Außerdem werden demnächst wieder mehrere hundert frischgebackene Lehrkräfte die Studienseminare verlassen. Die Glückwünsche zum bestandenen Examen wird man wie bei den Vertretungslehrkräften mit dem dezenten Hinweis verbinden, sich umgehend arbeitslos zu melden. Die Planstellen an den Schulen sind nämlich äußerst knapp. "Schuldenbremse" lautet die lapidare Begründung. Der VDR dagegen sieht nach wie vor Bedarf:
Holt die Lehrer von der Straße, damit
- die mit der Schulstrukturreform verknüpfte individuelle Förderung gelingt.
- die Inklusion an den Schwerpunktschulen eine Chance hat.
- die immer stärker von den Schulen zu leistende Erziehung realisiert werden kann.
- die wachsenden Belastungen der Lehrkräfte und Schulleitungen reduziert werden können.
- die Unterrichtsversorgung der Schulen mit 100+x % die Regel wird.
- die Klassenmesszahl 30 auch in den Klassen 7 bis 10 endlich gesenkt wird.
- die Ganztagsbetreuung durch Fachlehrer erfolgen kann.
- die gut ausgebildeten Lehrkräfte eine Chance haben, in ihrem Beruf zu arbeiten und eine Familie zu gründen bzw. zu ernähren.
"Frau Ministerpräsidentin Malu Dreyer, holen Sie die Lehrer von der Straße", fordert der VDR-Landesvorsitzende Bernd Karst. "Bei den Bildungsausgaben ist das Land Rheinland-Pfalz in Deutschland und Deutschland in der Welt noch lange nicht Spitze." Am besten antwortet die Landesregierung mit ihrem Slogan: "Rheinland-Pfalz – wir machen es einfach!" Es ist nämlich ihr eigenes Ziel, der "Verdrängung von Normalarbeitsverhältnissen durch befristete Verträge" entgegenzuwirken (Bundesratsentschließung "Gute Arbeit – Zukunftsfähige und faire Arbeitspolitik gestalten" vom 16.04.13).
Keine Kommentare vorhanden