Im spannenden Pro-und-Contra zum rheinland-pfälzischen Landessieg

Etwa 3.500 Schülerinnen und Schüler beteiligten sich im laufenden Schuljahr am Landeswettbewerb Jugend debattiert in Rheinland-Pfalz. Der Landeswettbewerb ist ein Projekt der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung in Kooperation mit dem Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz. Die besten acht Schülerinnen und Schüler debattierten heute beim Landesfinale im Plenarsaal des Landtages in Mainz. "Soll jeder Bürger einen Anspruch auf einen berufsqualifizierenden Schulabschluss erhalten?" lautete das Thema für die Klassen 8 bis 10, bei denen Lisa Weglinski vom Gymnasium an der Heinzenwies in Idar-Oberstein mit qualifizierten Beiträgen für ein Contra überzeugte und Landessiegerin wurde. In den Jahrgangsstufen 11 bis 13 konnte Lucas Schaal Bischöflichen Cusanus-Gymnasium in Koblenz bei dem Thema "Sollen Streiks im öffentlichen Personenverkehr verboten werden?" den Wettbewerb für sich entscheiden. Er setzte sich schlagfertig gegen ein Verbot ein.

29.04.2009 Pressemeldung Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur, Rheinland-Pfalz

Die beiden Debattensieger und die beiden Zweitplatzierten, Christoph Appel vom Albert- Schweizer-Gymnasium in Kaiserslautern und Lutz Kiesewetter vom Gymnasium in Hermeskeil, vertreten Rheinland-Pfalz nun beim Bundeswettbewerb Jugend debattiert, der im Juni in Berlin durchgeführt wird. Als Preis für ihren heutigen Erfolg und zur Vorbereitung auf das Bundesfinale erhalten die Landessieger ein dreitägiges professionelles Rhetorik-Training. Bundespräsident Horst Köhler, Schirmherr des Projekts, wird am 20. Juni 2009 den überzeugendsten Rednern die Siegerurkunden persönlich überreichen. Vera Reiß, Staatssekretärin im Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Jugend und Kultur Rheinland-Pfalz, sagte heute beim Landesfinale: "Nicht nur die überzeugenden rhetorischen Leistungen aller Finalteilnehmerinnen und Finalteilnehmer und insbesondere der Landessiegerin und des Landessiegers verdienen Lob und Anerkennung, sondern auch das Engagement aller Schülerinnen und Schüler, die sich an diesem Wettbewerb auf Landesebene beteiligt haben, und der Lehrkräfte, die sie dabei unterstützten." Wie die Staatssekretärin hob auch Landtagsvizepräsidentin Hannelore Klamm die Bedeutung der im Wettbewerb gezeigten Fähigkeiten für die Demokratieerziehung hervor. Die Fähigkeit zu debattieren sei eine Grundvoraussetzung für eine lebendige Demokratie. "Wir brauchen dringend junge Menschen, die eine eigene Meinung haben und diese auch gut begründen können. Wer das kann, ist auch in der Lage, sich in unserer Gesellschaft zu engagieren und unsere gemeinsame Zukunft mitzugestalten", betonte sie. Dr. Antje Becker, Geschäftsführerin der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, ergänzte: "Jugend debattiert ist mehr als nur ein Wettbewerb. Das Projekt ist ein wichtiger Baustein sowohl für die Schulentwicklung als auch für die persönliche Entwicklung der Schülerinnen und Schüler. In den Unterrichtsreihen üben sie sich im respektvollen Umgang auch mit anderen Meinungen und erleben so Demokratie hautnah."

Durch Trainings für Lehrer und Schüler werde die sprachliche und politische Bildung sowie die Meinungs- und Persönlichkeitsbildung gefördert. Der bundesweite Debattenwettbewerb beziehe über Klassen- und Schulverbundebene Schülerinnen und Schüler aller Schulformen mit ein. Im Schuljahr 2008/09 beteiligten sich bundesweit über 80.000 Schüler aus rund 600 Schulen. Die Debatten finden in zwei Altersgruppen statt: den Klassenstufen 8 – 10 und den Jahrgangsstufen 11 – 13. Der Schülerwettbewerb folgt klaren Regeln: Debattiert wird jeweils zu viert über aktuelle politische und schulische Streitfragen. Jeder hat zu Beginn zwei Minuten ungestörte Redezeit, in der er seine Position – pro oder contra – darlegt. Anschließend folgen zwölf Minuten freie Aussprache. Für das Schlusswort steht jedem Teilnehmer eine Minute zur Verfügung, wobei er seine ursprüngliche Position auch verändern darf. Bewertungskriterien für die Debatte sind Sachkenntnis, Ausdrucksvermögen, Gesprächsfähigkeit und Überzeugungskraft. Die Sieger im Landeswettbewerb Jugend debattiert Rheinland-Pfalz 2009: Klassen 8 – 10 (Sekundarstufe I):

  1. Platz: Lisa Weglinski, 16 Jahre, Gymnasium an der Heinzenwies, Idar-Oberstein
  2. Platz: Christoph Appel, 16 Jahre, Albert-Schweizer-Gymnasium, Kaiserslautern
  3. Platz: Andrea Reckenthäler, 14 Jahre, Bischöfliches Cusanus-Gymnasium, Koblenz
  4. Platz: Vivien Herrmann, 14 Jahre, Bischöfliches Cusanus-Gymnasium, Koblenz Jahrgangsstufen 11 – 13 (Sekundarstufe II):
  5. Platz: Lucas Schaal, 19 Jahre, Bischöfliches Cusanus-Gymnasium, Koblenz
  6. Platz: Lutz Kiesewetter, 16 Jahre, Gymnasium Hermeskeil
  7. Platz: Sören Handermann, 18 Jahre, Eduard-Spranger-Gymnasium, Landau
  8. Platz: Christian Müller, 18 Jahre, Görres-Gymnasium, Koblenz

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