Studie

Immer mehr Jugendliche ohne Hauptschulabschluss

Deutschlandweit lag die Quote der Schulabgänger_innen ohne Hauptschulabschluss im Jahr 2017 bei 6,9 Prozent. Sie war damit einen Prozentpunkt höher als 2015 und lag auf demselben Niveau wie vor zehn Jahren. Bundesweit sind über 52.000 Jugendliche betroffen.

29.07.2019 Bundesweit Pressemeldung Deutscher Caritasverband e.V.
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In den meisten Kreisen und kreisfreien Städten sind die Quoten angestiegen, allerdings auf unterschiedlichem Niveau. Hier können die Daten für alle Kreise und kreisfreien Städte abgerufen werden.

Der Anfang sich potenzierender Probleme

„Faire Bildungschancen sind die Grundlage fairer Teilhabechancen im Lebenslauf“, betont Eva M. Welskop-Deffaa, Vorstand Sozial- und Fachpolitik des Deutschen Caritasverbandes. „Die weiter hohe Zahl junger Menschen, die ohne Abschluss ihre Schullaufbahn beenden, macht uns große Sorgen. Viele von ihnen begegnen uns in den nächsten Jahren wieder – beispielsweise in der Allgemeinen Sozialberatung, in der Schwangerenberatung, oder aber in der Schuldnerberatung.“ Fehlende Schul- und Berufsabschlüsse seien oft der Anfang sich potenzierender Nachteile. Für den Deutschen Caritasverband gelte, so Welskop-Deffaa: „Der Befähigung durch formelle und informelle Bildungsangebote und der guten schulischen Ausbildung von jungen Menschen kommt gerade in Zeiten der digitalen Transformation eine besonders große Bedeutung zu.“

Hohe Hürden für geflüchtete Kinder und Jugendliche

Zuwanderung ist, so die Autorinnen der Studie des Deutschen Caritasverbandes, einer der Erklärungsfaktoren für die gestiegenen Zahlen. Für viele zugewanderte Jugendliche sei es eine große Herausforderung, innerhalb kurzer Zeit eine neue Sprache zu lernen und einen Schulabschluss zu machen. Hinzu kommt, dass die schulische Vorbildung der jungen Zuwanderer_innen sehr unterschiedlich ist. Ein weiteres Hemmnis gerade auch für geflüchtete Kinder und Jugendliche besteht darin, dass sie während der Unterbringung in einer Erstaufnahmeeinrichtung häufig nicht sofort eine Schule besuchen können.

Kooperationen vor Ort sind entscheidend

Für die Interpretation der aktuellen Daten gilt, dass sich sowohl die Regelungen zur Beschulung neu zugewanderter Kinder und Jugendlicher in den einzelnen Bundesländern (und deren Umsetzung in den Kommunen) unterscheiden als auch die statistische Erfassung ihrer dort erworbenen Abschlüsse. Die eingeschränkte Vergleichbarkeit der Daten erfordert, die jeweiligen Gegebenheiten vor Ort genau zu prüfen. Nur so ist es möglich, Ergebnisse richtig einzuschätzen und in ihren Zusammenhängen zu verstehen. „Dies ist auch deshalb so wichtig, weil sich in der regionalen Unterschiedlichkeit zeigt, wie vielfältig Lösungen aussehen können. Nach wie vor gilt, der politische Wille und die Kooperationen vor Ort sind entscheidend, um die Bildungschancen derer zu verbessern, die eine zweite Chance brauchen“, betont Welskop-Deffaa.


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