In Schulkantinen gesund essen
(bikl/ots) Gesunde Gerichte wie Linsengemüse und Kartoffelsuppe schmecken Schülern ebenso gut wie Pommes Frites oder Pizza. Dies ergab eine Studie des Dortmunder Forschungsinstituts für Kinderernährung (FKE) und des Nahrungsmittelkonzerns Nestlé.
15.09.2005 ArtikelUnd das bedeutet: An vielen Ganztagsschulen könnte das Mittagessen schon bald gesünder, ausgewogener und abwechslungsreicher werden. Erstmals können sich demnächst Schulkantinen und externe Caterer an bundesweit getesteten und wissenschaftlich fundierten Standards für gesundheitlich optimierte Gerichte orientieren.
"Viele Kinder und Jugendliche in Deutschland ernähren sich zu einseitig und zu unausgewogen. Nur zu oft führt dies zu Übergewicht mit den entsprechenden Folgekrankheiten wie Diabetes", erklärt FKE-Projektleiterin Dr. Mathilde Kersting die Motivation für die Studie. Die wachsende Zahl an Ganztagsschulen biete hier eine ideale Chance, so Kersting. Wünschenswert wäre, wenn eine gesunde und ausgewogenere Ernährung Teil des pädagogischen Konzeptes der Schulen werde, rät die Dortmunder Ernährungswissenschaftlerin. Durch die Umstellung auf den Ganztagesunterricht böten sich für viele Schulen einmalige Möglichkeiten, um zu einer Änderung des Ernährungsverhaltens beizutragen.
13.000 Fragebögen
In einer mehrmonatigen bundesweiten Feldstudie haben das FKE und Nestlé die optimierten Rezepte von über 1.000 Schülern anhand von rund 13.000 Fragebögen bewerten lassen. "Der Geschmack und die damit verbundene Akzeptanz bei den Schülern war für uns ein entscheidendes Kriterium, damit es in den neuen Standard für optimierte Schulgerichte aufgenommen wurde", erklärt Kersting. Denn nur in der Praxis durch die Schüler erfolgreich bewertete Rezepte haben eine Aussicht, auch später erfolgreich im Schulalltag eingesetzt zu werden, sagt Kersting. Je zwei Wochen lang bewerteten die jungen Testesser an Schulen im Norden, Westen und Osten der Republik zunächst den Geschmack der herkömmlichen und vertrauten Gerichte, danach zwei Wochen die gesundheitlich optimierten Alternativen. Insgesamt vier Kriterien mussten die erprobten Gerichte erfüllen, um zum Standard zu avancieren: ernährungsphysiologisch optimiert, kostengünstig, küchentechnisch leicht zu handhaben und bei den Schülern akzeptiert.
Mädchen aufgeschlossener
Wenn es nach den Schülern geht, dann können die ernährungsphysiologisch optimierten Rezepte in punkto Geschmack mit den herkömmlichen Leib- und Magengerichten der Schüler allemal mithalten: Die gesunden Alternativen wie Rotes Linsengemüse, Kartoffelsuppe oder Hack-Gemüse-Allerlei wurden fast so gut bewertet wie die oft zu fetten und zu einseitigen Klassiker wie Hamburger, Pommes Frites, Pizza oder Kartoffelpuffer. "Dieses Ergebnis ist um so bemerkenswerter, da Kinder und Jugendliche in der Regel vertraute Gerichte bevorzugten", sagt die Wissenschaftlerin. Insgesamt habe sich gezeigt, dass vor allem jüngere Schüler und Mädchen aufgeschlossener gegenüber den optimierten Rezepten gewesen seien.
Rezepte auch für zu Hause
Die breite Akzeptanz des optimierten Ernährungsangebots will die Ernährungswissenschaftlerin als ermunterndes Signal für Eltern und Schule verstanden wissen. "Mit wenig Aufwand kann viel verändert und können wichtige Weichen gestellt werden." Allerdings werde eine optimierte Schulernährung nur dann auch wirklich erfolgreich sein, wenn sie Teil eines pädagogischen Konzepts sei. Interessierte Schulen und Eltern können den Ordner mit den Rezepten Anfang 2006 beim Forschungsinstitut für Kinderernährung in Dortmund beziehen. Eine Auswahl der Rezepte können Interessierte ab Oktober unter www.fke-do.de herunterladen.
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