Bayern

Individuelle Lernzeit wird an Bayerns Gymnasien nun umgesetzt

Die neuen Maßnahmen zur individuellen Förderung von Schülerinnen und Schülern des Gymnasiums werden derzeit an den Schulen bekannt gemacht. Der BLLV bestärkt das Ministerium mit seiner "Blitzumfrage" in diesem Anliegen.

29.04.2013 Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Mittlerweile sind die Informationsveranstaltungen voll im Laufen, in einer ersten Runde wurden alle Direktorinnen und Direktoren der Gymnasien über die Beschlüsse des Runden Tischs zur Weiterentwicklung des Bayerischen Gymnasiums und die verstärkte Förderung der Schülerinnen und Schüler in der Mittelstufe informiert. Auch bei den Landesversammlungen des Bayerischen Philologenverbandes und der Landes-Eltern-Vereinigung ist der bundesweit einmalige Ansatz der individuellen Lernzeit bereits vorgestellt worden - mit den drei Aspekten Frühwarnsystem, individuelle Förderangebote bis hin zu einem Flexibilisierungsjahr.

Entsprechend des bisherigen Bekanntheitsgrades und vor allem aufgrund der geringen Teilnahme von Lehrkräften darf man die Validität der "Blitzumfrage" des BLLV nicht überschätzen. Die Basis sei mit 250 Lehrkräften angesichts von über 25.000 Lehrkräften an den bayerischen Gymnasien sehr schmal. Bereits in der jüngsten Vergangenheit war der BLLV mit seiner Forderung aufgefallen, die Hälfte der Inhalte aus dem Lehrplan zu streichen, und war wegen der damit einhergehenden Senkung des Qualitätsniveaus stark kritisiert worden.

Anders als der BLLV hatten erst Mitte April der Bayerische Philologenverband, die Bayerische Direktorenvereinigung, die Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasium und das Kultusministerium ihr Ja zur Umsetzung der Beschlüsse des Runden Tischs bestätigt. An diesem hatten sich Vertreter der gesamten gymnasialen Schulfamilien für eine individuelle Lernzeit und mehr Förderung der einzelnen Schülerinnen und Schüler ausgesprochen. Mit zusätzlichen Lehrerstunden hinterlegte schulspezifische Maßnahmen unterstützen das Schließen von Lernrückständen, die Sicherung von Grundwissen und die Verbesserung von Lernprozessen in der Mittelstufe.

"Künftig wird jede Schülerin und jeder Schüler der staatlichen Gymnasien in Bayern nach einer pädagogischen Beratung wählen können, ob sie am Gymnasium acht oder neun Schuljahre in Anspruch nehmen", hatte Bayerns Kultusminister Dr. Ludwig Spaenle Mitte April bei einem gemeinsamen Pressegespräch mit Vertretern der Direktoren, Eltern und Lehrkräfte in München betont. "Mit der Umsetzung der Beschlüsse des Runden Tischs zur Weiterentwicklung des bayerischen Gymnasiums geben wir den jungen Menschen die Zeit, die sie für die Mittelstufe benötigen." Der Dreiklang wird - je nach Situation vor Ort - von flexiblen Intensivierungsstunden und Blockseminaren bis zu einem Flexibilisierungsjahr reichen, das von den Gymnasien bei Bedarf angeboten wird. "Bayern geht damit einen bundesweit einmaligen Weg und setzt auf das Konzept der individuellen Lernzeit mit einem pädagogischen Frühwarnsystem, neuen zusätzlichen Förderangeboten bis hin zu einem Flexibilisierungsjahr anstelle einer Strukturdebatte über die organisatorische Laufzeit des Gymnasiums", unterstrich dabei Minister Spaenle.

Minister Spaenle, Susanne Arndt, die Vorsitzende der Landes-Eltern-Vereinigung der Gymnasien in Bayern, Karl-Heinz Bruckner, der Vorsitzende der Direktorenvereinigung der bayerischen Gymnasien, und Max Schmidt, der Vorsitzende des Bayerischen Philologenverbandes, machten deutlich, dass die Schulfamilie am Gymnasium die gemeinsamen Beschlüsse des Runden Tischs miteinander realisieren werde.

Erste Erfahrungen mit den neuen Instrumenten der individuellen Förderung wurden an zwölf Gymnasien gesammelt, die haushaltstechnischen Voraussetzungen wie zusätzliche Lehrerstellen ab dem kommenden Schuljahr und flächendeckend ab dem Schuljahr 2014/2015 werden bereitgestellt.

Die Verstärkung der individuellen Förderung gehört zu einem Paket von Qualitätsverbesserungen wie u. a. die Einführung einer flächendeckenden integrierten Lehrerreserve zum neuen Schuljahr 2013/2014. Damit kann das Unterrichtsangebot verbessert werden.


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