Hamburg

Inklusion für Alle

Erfreut zeigt sich die Hamburger Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen, Ingrid Körner, über den jüngsten einstimmigen Beschluss des Landesschulbeirates zum Thema Inklusion in den Hamburger Schulen.

16.01.2012 Pressemeldung Behörde für Schule und Berufsbildung (BSB)

Das Gremium hat ein zweiseitiges Positionspapier mit dem Titel "Gelingensbedingungen der Inklusion" einstimmig beschlossen. Unter anderem wird gefordert, dass Mindeststandards der inklusiven Förderung für alle Hamburger Schulen festgelegt werden und eine Ombudsstelle zu allen Fragestellungen der Inklusion in der Hansestadt eingerichtet wird. Weiterhin fordert der Beirat alle Hamburger Behörden auf, einen abgestimmten Inklusionsplan vorzulegen. Im kommenden Schulentwicklungsplan müsste nach Auffassung des Landesschulbeirates die Inklusion ein zentrales und durchgängiges Prinzip sein. Grundsätzlich betonten die Mitglieder des Gremiums das der Gesetzgeber eine ausreichende finanzielle, personelle und räumliche Ausstattung der Schulen ermöglichen müsse, damit das Erreichen der Zielsetzungen der UN-Behindertenrechtskonvention gelingen könne.

"Die UN-Behindertenrechtskonvention gibt uns Rückenwind bei dem Bestreben behinderte und nichtbehinderte Kinder gemeinsam zu beschulen", lobt die Senatskoordinatorin für die Gleichstellung behinderter Menschen, Ingrid Körner, das Papier. "Es gibt aber noch weitere wichtige Bausteine, die für ein Gelingen der inklusiven Beschulung umgesetzt werden müssen. Dazu zählen beispielsweise Aus- und Fortbildungsangebote für Lehrer oder auch die stellenweise Einbeziehung zusätzlicher Lehrkräfte, um auch die Inklusion von Schülerinnen und Schülern mit komplexen und hohen Förderbedarfen abzusichern." Die Sonderpädagogen als Praktiker vor Ort müssten bei den entsprechenden Untersuchungen der Kinder im Vorschulalter verstärkt einbezogen werden.

Prof. Dr. Lehberger, Vorsitzender des Landesschulbeirats, zeigte sich überzeugt, dass auch die Lehrerausbildung angemessene Maßnahmen zur Qualifizierung der zukünftigen Lehrkräfte für die inklusive Schule zeitnah einleiten wird. "So gibt es bereits gemeinsame Ausbildungselemente für Referendare der Lehrämter an Sonderschulen und allgemeinbildenden Schulen in der zweiten Phase der Lehrerausbildung in Hamburg, und auch die Universität wird mit den notwendigen Veränderungen diese neue Herausforderung annehmen".


Zur UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK):

Die UN-BRK wurde 2009 von der Bundesrepublik Deutschland ratifiziert uns ist seit dem in Kraft. Im Sommer letzten Jahres legte der Bund einen Aktionsplan zur Umsetzung der UN-BRK in Deutschland vor.

Auch Hamburg arbeitet zurzeit an einem Aktionsplan zur Umsetzung der UN-BRK in Hamburg. Im Bereich der inklusiven Bildung hat Hamburg bereits Maßstäbe gesetzt. Seit dem Schuljahr 2010/2011 haben Eltern die Möglichkeit, ihre behinderten Kinder in der ersten und fünften Klasse in einer Regelschule beschulen zu lassen.



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