IVL zur "Gefährdungsbeurteilung im Technikunterricht": Endlich handelt der Dienstherr
Die Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-Holstein (IVL) begrüßt den möglichen Schritt der Landesregierung, jeder Lehrkraft, die derzeit das Fach Technik unterrichtet, einen Regierungssekretär (mit Aufstiegsmöglichkeiten zum Amtsinspektor) an die Seite zu stellen, um das jeweilige Gefährdungspotential zu Beginn des Unterrichts zu analysieren, zu beurteilen und zu dokumentieren.
02.04.2013 Pressemeldung Interessenvertretung der Lehrkräfte in Schleswig-HolsteinHintergrund ist die vom IQSH und der Unfallkasse Nord geplante Broschüre "Technikunterricht – mit Sicherheit/Rechtsvorschriften", in der es heißen soll: "Eine Gefährdungsbeurteilung ist vor Tätigkeitsaufnahme, baulichen Änderungen, Änderungen im Arbeitsablauf, bei Unfällen und Beinahe-Unfällen durchzuführen."
"Dankbarerweise nimmt man damit den speziell ausgebildeten Lehrkräften, aber auch denen, die seit Jahren und Jahrzehnten Technik als Neigungsfach unterrichten, die bürokratischen Hemmnisse vor jeder Unterrichtsstunde ab, die nach Ansicht der Broschüren-Verfasser unvermeidlich sind!", erklärt die erleichterte IVL-Landesvorsitzende Grete Rhenius, die allerdings auch mahnt: "Sicherheit ist im vollen Umfange überhaupt erst gewährleistet, wenn nach dem Technikunterricht eine gemeinsame Evaluation der praktisch oder theoretisch aufgetretenen Gefährdungssituationen durch die Lehrkraft, den Verwaltungsbeamten, den/die Sicherheitsbeauftragte/n und die Schulleitung in Verbindung mit dem Kernkompetenzteam der unteren Schulaufsichtsbehörde erfolgt und schriftlich dokumentiert wird!"
Die IVL vertritt den Standpunkt, dass die langjährigen Praxis- und Theorieerkenntnisse im Fach Technik, die praxisorientierte Ausbildung, die benötigten Maschinen(führer)scheine, die Aushänge, Betriebsanweisungen und Infotafeln, das Vorleben und Vormachen im Unterricht, die ausgiebige Schulung der Schüler, eine spezielle Schulbuchauswahl, eine ständige Lektüre der Unfallkassenbroschüren und denen der Berufsgenossenschaften, regelmäßiges Training in Fachkonferenzen und Fachgruppen und die turnusmäßige Kontrolle der Maschinen durch eine Elektrofachkraft bei weitem nicht ausreichen, eine abschließende Gefährdungsbeurteilung sicherzustellen.
Hinzu kommen die gefühlt hohen Unfallzahlen, die die beabsichtigte neue, ständige, schriftliche und prophylaktische Dokumentationskultur höchstwahrscheinlich rechtfertigen.
"Der Beginn des zweiten Jahresquartals erschien uns als geeigneter Zeitpunkt, um auf diese überfällige Regulierung und die damit einhergehende und sicherlich eingeplante Personalentlastung hinzuweisen, zumal die Bedrohungen im Technikunterricht jahrzehntelang bekannt sind – hier muss die Unterrichtsqualität wirklich einmal hinter der Sicherheit anstehen", so eine dankbare Grete Rhenius abschließend.
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