Jahresrückblick: Viele Baustellen in der Schulpolitik

"Die Landesregierung hat im ausklingenden Jahr einige schulpolitische Baustellen eröffnet, die sie hoffentlich im kommenden Jahr fertig stellen wird", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft VBE NRW. "Gleichzeitig will sie offensichtlich dringende Baumaßnahmen wie z.B. in der Frage der Schulstruktur nicht einleiten, sondern darauf warten, dass zusammenfällt, was morsch geworden ist."

26.12.2007 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Eine Großbaustelle sind die Sprachstandserhebungen für die Vierjährigen. Ein halbes Jahr nach den Tests sind die Kindertagesstätten noch immer nicht in die Lage versetzt worden, die nötigen Fördermaßnahmen anbieten zu können.

Das Kopfnoten-Haus hat die Landesregierung fertig bauen lassen. Man weiß aber nicht so recht, für wen es eigentlich gebaut worden ist. Die einen wollen es überhaupt nicht betreten, den anderen ist es viel zu verwinkelt konstruiert. Auf jeden Fall sind hier Nachbesserungen dringend nötig.

Die Schulleiterqualifizierung und -gewinnung gehören zu den noch nicht abgeschlossenen Baumaßnahmen. Klar ist, dass bei der Schulleiter-qualifizierung so einiges am Bauplan nicht stimmt und ständig nachgebessert werden muss. Bei der Schulleitergewinnung im Bereich Grund- und Hauptschule werden die Löcher, die geschlossen werden müssten, immer größer, da Besoldung und Belastung nicht zusammenpassen.

In Sachen Schulreform will die Landesregierung lediglich innenarchitektonisch tätig sein und zieht äußere Baumaßnahmen gar nicht erst in Betracht. Hier wäre aber eine Überprüfung des Fundaments und der Bausubstanz unverzichtbar. Ein Lichtblick ist, dass der Innovationsminister ja zumindest bereit ist, mal über Umbaumaßnahmen nachzudenken.

Für die Lehrerausbildung existiert zumindest schon mal ein solides Fundament. Allerdings muss sich jetzt ein guter Innenarchitekt der Sache annehmen, damit die Außenwände nicht nur einfach Fassaden sind, hinter denen sich nichts verbirgt.

"Das Betreten der Baustellen ist in all diesen Fällen nicht nur erlaubt, sondern nahezu unverzichtbar", so Beckmann abschließend. "Der VBE steht bei der einen oder anderen Baumaßnahme auch gerne mit eigenen Bauplänen zur Verfügung."


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