Jahrgangsübergreifendes Lernen in der Schulanfangsphase
Es gibt in Berlin zur Zeit eine heftige Diskussion in vielen Grundschulen, ob das jahrgangsübergreifende Lernen im kommenden Schuljahr eingeführt werden muss. Der Landeselternausschuss war aus pädagogischen Gründen von Anfang an für diese Veränderung, da dieses gemeinsame -aber binnendifferenzierte- Lernen sich in anderen Ländern sehr bewährt hat und auch die vielen Schulversuche in Berlin überall da sehr positive Ergebnisse hatten, wo die Randbedingungen gestimmt haben. Daher wäre auch eine Verschiebung der verpflichtenden Einführung des jahrgangsübergreifenden Lernens keine geeignete Problemlösung.
19.01.2008 Berlin Pressemeldung Landeselternausschuss Berlin (LEA Berlin)Der Landeselternausschuss bleibt bei seiner positiven Meinung zum jahrgangsübergreifenden Lernen. Aber der Landeselternausschuss hat von Anfang an darauf hingewiesen, dass dieser pädagogisch wichtige Reformansatz nur gelingen kann, wenn die hier tätigen Lehrerinnen und Lehrer dies auch wollen und dafür genügend vorbereitet werden. Der Landeselternausschuss hat ebenfalls darauf hingewiesen, dass der notwendige binnendifferenzierte Unterricht mit in der Regel 28 Schülerinnen und Schülern nur gelingen kann, wenn er im Team von zwei Pädagoginnen oder Pädagogen vorbereitet und durchgeführt wird.
Der Landeselternausschuss vermisst die offenbar notwendige Einstellung von jungen Grundschullehrerinnen und -lehrern in größerer Zahl und fordert einen Einstellkorridor von mindestens 300 Grundschullehrerinnen und -lehrern und deren unverzügliche Einstellung für das nächste Schuljahr. Denn natürlich kann die Versetzung von Lehrerinnen und Lehrern aus den Oberschulen in die Grundschulen die hier entstandenen Probleme nicht lösen.
Außerdem erinnert der Landeselternausschuss daran, dass er zu den notwendigen Gelingensbedingungen dieses wichtigen Reformansatzes immer den Einsatz von zwei Pädagogen in diesen Unterrichtsgruppen gefordert hat. Dies war anfangs in der Senatsverwaltung für Bildung, Wissenschaft und Forschung selbst so formuliert worden. Bis jetzt ist diese wichtige Gelingensbedingung bestenfalls zur Hälfte erfüllt. Außerdem funktioniert leider in vielen Schulen nicht die als Voraussetzung für den Erfolg notwendige fachliche und menschliche Zusammenarbeit zwischen Lehrerinnen und Erzieherinnen unzureichend. Wir fordern daher die Einstellung von geeigneten Erzieherinnen in der notwendigen Zahl, um überall die ursprünglich in Aussicht gestellte "Doppelsteckung" zu realisieren.
Keine Kommentare vorhanden