Jörg Dammann äußert sich zu seinem Rücktritt als Vorsitzender der GLEV und den Presseberichten in der SZ in einem Elternbrief

Wie der Saarbrücker Zeitung zu entnehmen war, bin ich zum Jahreswechsel als Vorsitzender der Gesamtlandeselternvertretung (GLEV) zurück getreten. Eine persönliche Entscheidung, die aufgrund einer beruflichen Veränderung unumgänglich war.

08.01.2008 Saarland Pressemeldung Gesamt Landes Elternvertretung des Saarlandes (GLEV)

Seit über fünf Jahren engagiere ich mich nun auf Landesebene in der Elternarbeit. Immer dann, wenn ich gebraucht wurde, hatte ich Verantwortung übernommen. Ob als Gründungsmitglied und Sprecher der Landesinitiative "Rettet die Grundschulen", als Vorsitzender der Landeselternvertretung (LEV) Grundschulen oder schließlich, bis zum Jahreswechsel, als Vorsitzender der Gesamtlandeselternvertretung (GLEV) im Saarland. Ein solches Ehrenamt nimmt sehr viel Zeit in Anspruch, die mir zukünftig, durch meinen neuen Arbeitsplatz nicht mehr zur Verfügung steht. Trotzdem ist mir diese Entscheidung nicht leicht gefallen, denn neben der Arbeit in den Gremien, die Spaß machte, waren immer noch große Erwartungen an die Landespolitik vorhanden.

Nun ist es aber auch kein Geheimnis, dass gerade die Landespolitik immer wieder sehr enttäuschte. Viele Grundschulen wurden gegen den Willen der Eltern geschlossen und die Oberstufenreform (G8) kompromisslos eingeführt. Inzwischen hat jede Partei die Bildungspolitik zum Wahlkampfthema erklärt. Geld, für die von uns geforderte Lernmittelbefreiung für Eltern und die Übernahme der Schülertransportkosten für Schülerinnen und Schüler weiterführender Schulen stehe in der benötigten Größenordnung jedoch nicht zur Verfügung. Erstaunlicherweise wohl aber genügend Finanzmittel für "eine längst überfällige Diätenerhöhung" unserer "Volksvertreter".

Auch unser erklärtes Ziel, das Schulmitbestimmungsgesetz zu novellieren um auch in der Praxis eine echte Elternbeteiligung zu ermöglichen, wurde von der parlamentarischen Mehrheit abgeschmettert. Es klingt schon wie Hohn wenn die gleichen Politiker nun von der Würdigung des Ehrenamtes sprechen.

Optimistisch stimmen mich jedoch die ersten beiden Gespräche mit der neuen saarländischen Bildungsministerin Kramp-Karrenbauer. Sie waren konstruktiv und harmonisch verlaufen. Dies hatte mich auch persönlich motiviert, noch bis zum Ende der Legislaturperiode als Vorsitzender der LEV Grundschulen weiter tätig zu sein. Unterstützung erfahre ich hierbei von einem sehr engagierten Team.

Die Zusammenarbeit in der GLEV war bis zuletzt auch nicht so schlecht, wie sie am Wochenende in der Saarbrücker Zeitung dargestellt wurde. Lediglich aus einer Ecke gab immer wieder Kritik. Wenn man die Berichterstattung verfolgt, könnte man meinen, es handele sich bei unseren Ehrenamt um hoch bezahlte Politiker- oder Managerpositionen. Was einige Herrschaften verschweigen: Für solche Ehrenämter muss man sehr viel Freizeit investieren.

Die Tatsache, dass nun anonyme E-Mails gegen meine Person und sogar vertrauliche Sitzungsprotokolle in den Medien die Runde machen, lassen die Absicht erkennen, mich als Person in der Öffentlichkeit demontieren oder auch die Arbeit der GLEV in der Öffentlichkeit schlecht zu machen.

Unsere Pressemeldungen hatten ihre Wurzel bei der Basis vor Ort. So auch die Forderung nach einer zwei Kilometer großen Sicherheitszone zwischen Grundschulen, Kindergärten und Mobilfunkantennenanlagen. Wir wären aber auch mit einer schriftlichen Unbedenklichkeitsbescheinigung, die jegliche gesundheitliche Risiken für Kleinkinder ausschließt zufrieden gewesen. Doch die gab man uns nicht. Jedes angesprochene Bundes- oder Landesministerium verwies auf die aktuell gültigen Grenzwerte.

Hierbei wie auch anders war die Medienpräsens gegenüber der Politik in der Vergangenheit immer das einzige Druckmittel, das wir als Eltern hatten. Nicht zuletzt deshalb hatten sich vor vier Jahren rund 76 Prozent der Saarländer gegen die Grundschulschließungsreform ausgesprochen. Viele tausend Menschen hatten zudem unser Volksbegehren unterzeichnet. Gute Ideen gehören in die Öffentlichkeit und nicht in geschlossene Räume!

Wie ich hörte, haben Eltern, die unsere Arbeit gut fanden, dies auch in Leserbriefen an die Saarbrücker Zeitung dokumentiert. Von einer Veröffentlichung hatte man dort jedoch abgesehen. Leserbriefe gegen den "GLEV-Chef" hatten es hingegen, sogar mit Namen in der Überschrift, immerhin schon auf Seite des Landesteils geschafft.

Aufgrund der aktuellen Berichterstattung steht nun die Elternarbeit in der Öffentlichkeit leider da, wo sie nicht hingehört. Sowohl in der GLEV als auch der Landeselternvertretungen der anderen Schulformen hatten sich in der Vergangenheit stets als verlässliche Teams und Partner der saarländischen Eltern präsentiert. Ich bin mir sicher, das dies auch heute noch so ist.

Bei dieser Gelegenheit möchte ich noch einmal an den saarländischen Elterntag am 1. März in Homburg erinnern. Er ist das Ergebnis einer bewährten Zusammenarbeit zwischen der GLEV, dem Landesamt für Pädagogik und Medien und dem saarländischen Bildungsministerium.

Abschließend möchte ich die Gelegenheit nutzen, mich noch einmal für die gute und faire Zusammenarbeit zu bedanken und Ihnen ein gutes neues Jahr zu wünschen. Dies natürlich verbunden auch mit der Hoffnung, das Beste für unsere Kinder zu erreichen.


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