Junge Philologen befürchten Identifikationskrise der Gymnasiallehrerinnen und -lehrer
Die Arbeitsgemeinschaft Junge Philologen, eine Vereinigung junger Gymnasiallehrer, hat sich scharf gegen die Pläne von SPD und Grüne gewandt, im Falle eines Wahlsieges Gymnasien, Realschulen und Hauptschulen abzuschaffen und statt dessen in Niedersachsen für alle Schülerinnen und Schüler eine integrierte Einheitsschule mit dem schönklingenden Namen "Gemeinsame Schule" einzuführen.
22.01.2008 Niedersachsen Pressemeldung Philologenverband Niedersachsen (PhVN)Nach Auffassung des Vorsitzenden der Jungen Philologen, Stephan Petry, würde mit der Abschaffung der Gymnasien nicht nur eine anerkannte und leistungsfähige Schule zerstört, auch der "Arbeitsplatz Schule" würde sich für alle Gymnasiallehrer wesentlich verändern, da mit der Einführung dieser neuen Einheitsschule unter anderem auch der wissenschaftspropädeutische Unterricht des Gymnasiums verloren ginge, wie er im Niedersächsischen Schulgesetz festgelegt ist. Damit würde auch ein wichtiger Faktor für die Studierfähigkeit, wie sie das Gymnasium seinen Schülern vermittelt, beseitigt, was nicht ohne schwerwiegende negative Folgen für die Ausbildung und die Vorbereitung der Schüler auf ihre weiteren Ausbildungswege in Universität und Beruf bliebe. Auch die Wirkungen auf die Lehrkräfte wären verheerend, da die Beseitigung des wissenschaftspropädeutischen Unterrichts zu einer Identifikationskrise der Gymnasiallehrer mit ihren beruflichen Aufgabenstellungen führen würde.
In diesem Zusammenhang befürchten die Jungen Philologen, dass die Einführung einer Einheitsschule das Interesse von Abiturienten am Lehrerberuf weiter mindern würde, da insbesondere auch fachlich orientierte Abiturienten ihre Studienfachwahl nicht für eine berufliche Tätigkeit an einer Einheitsschule treffen würden, sondern sich schon bei der Wahl ihres Studienganges anderen Berufsfeldern zuwenden würden, die für sie dann attraktiver sind, so dass schon in kürzester Zeit mit einem eklatanten Mangel an qualifizierten Lehrern zu rechnen wäre.
Würden SPD und Grüne ihre Gesamtschulpläne verwirklichen können, so hätte das für den Bildungsstandort Niedersachsen und für den Wettbewerb in einer globalisierten Welt schlimme Konsequenzen, stellte Petry abschließend fest.
Keine Kommentare vorhanden