Junge Sprachexperten

(Eigenbericht) "I´m Tim." "Je m´appelle Jana." Wie sie heißen können die meisten Grundschulkinder hierzulande bereits in einer anderen als ihrer Muttersprache erklären. Denn Fremdsprachen sind an deutschen Grundschulen längst keine Ausnahme mehr.

13.04.2004 Artikel

In den meisten Bundesländern wird Englisch von der dritten Klasse an unterrichtet, an den saarländischen Grundschulen lernen die ABC-Schützen Französisch und in Baden-Württemberg haben sie die Wahl zwischen Französisch oder Englisch, je nach Angebot der einzelnen Grundschulen. Bayerische Grundschulen können sogar zwischen drei verschiedenen Fremdsprachen entscheiden: Englisch, Italienisch und Französisch. Daneben gibt es in den allen Bundesländern, beziehungsweise den Kommunen, unterschiedliche Projekte, Modelle oder Vorzeigeschulen, darunter deutsch-italienische Grundschulklassen in Niedersachsen, die zweisprachigen staatlichen Europaschulen in Berlin oder sorbisch-deutsche Grundschulen in Sachsen. Und sogar das Englischlernen im Kindergarten wird nicht mehr als bloße Spinnerei abgetan. Immer mehr Einrichtungen interessieren sich für "Early English" und integrieren englische Lieder oder Abzählreime in den Kindergartenalltag.

In Österreich längst Normalität

Trotzdem: Es hatte lange gedauert bis sich in Deutschland herumgesprochen hatte, dass frühes Sprachenlernen sinnvoll ist und sich keineswegs negativ auf den Deutsch- oder Mathe-Unterricht auswirkt. "Wenn wir in Deutschland von Fremdsprachenfrühbeginn reden, lächeln die Nachbarn immer, die meinen, das wäre der Kindergarten", berichtet der Leiter des Amtes für Volks- und Förderschulen in Nürnberg, Manfred Schreiner. Er ist Fachmann in Sachen Fremdsprachen und weiß über das frühe Fremdsprachenlernen in Europa genau Bescheid. Die Österreicher beispielsweise unterrichten schon seit Jahrzehnten Englisch in der ersten Klasse.

Wichtig: Früh beginnen

Mittlerweile sind auch hier viele Eltern daran interessiert, dass ihre Kinder früh mit dem Fremdsprachenlernen beginnen und möglichst mehrere Sprachen sprechen. Die Schulbuch- und Bildungsverlage haben für Grundschüler spezielle Bücher, Nachschlagewerke, CD-ROMs und Hörbücher für den Unterricht und für zu Hause herausgebracht. Dort wird die englische Sprache spielerisch und mit viel Phantasie vermittelt. Die Eltern greifen gern zu diesen Angeboten. Denn nicht zuletzt die Ergebnisse der Pisastudie haben den Run aufs frühe Sprachenlernen gefördert. Machte doch das Siegerland Finnland vor, dass alle Kinder – und nicht nur die Hochbegabten - mindestens zwei weitere Sprachen lernen, wenn man nur früh genug damit beginnt.

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Weiterführende Links:

www.manfred-schreiner.html
www.ingrid-gogolin.de/
www.graf.de/


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