GEW Hessen

Kein guter Tag für die Bildung in Hessen

Zur heutigen Verabschiedung eines neuen Schul- und Lehrerbildungsgesetzes sowie der ersten Lesung eines Gesetzes zur Anpassung der Beamtenbesoldung in Hessen erklärt Jochen Nagel, Vorsitzender der GEW Hessen:

08.06.2011 Pressemeldung GEW Hessen

"Alles zusammen genommen ergibt sich ein schlüssiges Gesamtbild: Auf der einen Seite missachtet das heute beschlossene Schulgesetz nicht nur die Verpflichtungen Hessens in Bezug auf inklusive Beschulung. Es bedeutet auch einen Demokratieabbau und die weitere Verbetriebswirtschaftlichung der Schulen auf Kosten pädagogischer Arbeit. Auf der anderen Seite nutzt die Regierung die Möglichkeiten eines obrigkeitsstaatlichen Beamtenrechts schamlos auf Kosten der Beschäftigen aus, indem nach der 42-Stunden-Woche und dem Beschluss, dass Lehrerinnen und Lehrer bis zum Alter von 67,5 Jahren vor den Klassen stehen sollen, nun auch noch beabsichtigt wird, diesen zwischen 1.200 und 2.000 Euro aus der Tasche zu ziehen", so Jochen Nagel.

"Auch gibt das Schulgesetz auf brennende Fragen an hessischen Schulen – wie z.B. die Weiterentwicklung der Sekundarstufe I in Anbetracht sterbender Hauptschulen – keinerlei zukunftsweisende Antworten. Stattdessen werden mehr Konkurrenz und Wettbewerb, noch mehr Leitungsdruck und soziale Selektion forciert, um nur einige zentrale Punkte zu benennen."

Einzig mit der Novelle des Lehrerbildungsgesetzes sei das Kultusministerium in konstruktiver Zusammenarbeit mit den Betroffenen die brennenden Probleme angegangen. "Seit langem hat die GEW Hessen Vorschläge unterbreitet, wie die gravierenden Mängel des Hessischen Lehrerbildungsgesetzes behoben werden können. Diesbezüglich hat die Landesregierung nun einen ersten und dringend notwendigen Schritt getan", so Nagel abschließend.

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