Kein Schüler entlang der Rheinschiene wird von Englisch abgeschnitten / Als zweite Fremdsprache ab Klasse 5 im Gymnasium möglich
"Um es auch für Frau Strobel klarzustellen: jeder Schüler entlang des Rheins kann Englisch ab Klasse 5 lernen", betonte Kultusminister Helmut Rau MdL. Er appellierte wiederholt an diejenigen, die bewusst irreführende Darstellungen verbreiteten, dies zu unterlassen.
14.02.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg"Dass Englisch im globalen Wettbewerb eine wichtige Rolle spielt, ist unbestritten. Wir bereiten unsere Schülerinnen und Schüler in den Schulen ganz Baden-Württembergs hervorragend auf die Anforderungen der Wirtschaft vor, so dass sie sich sehr gut und effizient im Arbeitsleben auf Englisch verständigen können", erklärte der Kultusminister. Es könne also nicht die Rede davon sein, dass Englischkenntnisse nachträglich an der Hochschule erworben werden müssten.
Entgegen der Meinung der Leiterin der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit Eva Strobel schätzt die deutsch-französische Handelskammer (AHK) die Arbeitsmarktchancen der in der Grenzregion lebenden jungen Menschen als sehr positiv ein. Vor allen Dingen haben junge Menschen, die in der Region entlang der Rheinschiene mehrsprachig aufwachsen, gute Aussichten auf Arbeit. Über 300 000 Menschen arbei-ten laut AHK mit deutsch-französischem Bezug in Frankreich, in Deutschland sind derweil rund 400 000 Beschäftigte mit deutsch-französischem Bezug tätig. Über 1400 französische Unternehmen sind in Deutschland verwurzelt, im Gegenzug haben sich über 2700 Unternehmen in Frankreich angesiedelt. Nach Einschätzung der deutsch-französischen Handelskammer konnten mehrere tausend Arbeitsplätze nicht besetzt werden, da leitende Angestellte nur über unzureichende Deutschkenntnisse verfügten. Genau darin besteht für junge Menschen entlang der Rheinschiene ein sehr attraktives Potential. Wer sowohl Deutsch als auch Französisch sehr gut beherrscht, ist für die speziellen Anforderungen des Arbeitsmarktes entlang des Rheins besonders quali-fiziert und geeignet. Mit einem Volumen von 64,3 Milliarden Euro stellt Frankreich den wichtigsten Außenhandelspartner Deutschlands dar. Das Nachbarland exportiert in einem Volumen von rund 47,4 Milliarden Euro nach Deutschland.
"Die besondere Chance, die die Region in all seiner kulturellen, sprachlichen und wirt-schaftlichen Vielfalt bietet, können wir in Zeiten wie diesen nicht ungenutzt lassen. Die Stärke der jungen Leute in der Grenzregion liegt gerade darin, mehrsprachig kompetent aufzuwachsen", sagte Rau. Durch das Fremdsprachenprogramm der Landesregierung werde zum einen der Besonderheit der Grenzregion Rechnung getragen, zum anderen werde gerade das frühe Lernen von Fremdsprachen unterstützt.
Bereits im November 2001 hat die baden-württembergische Landesregierung und im Mai 2002 der Landtag nach umfangreichen Beratungen mit zahlreichen Gremien und Institutionen entschieden, Französisch als verbindliche Zielsprache in den Grund-schulen am Oberrhein einzuführen. Die Beschlüsse beinhalten auch die Fortführung der Grundschulfremdsprache in Klasse 5 des Gymnasiums. Der Verwaltungsgerichtshof Baden-Württemberg hat am 17. Dezember 2002 dieses Sprachenkonzept bestätigt. Das Kultusministerium hat die Öffentlichkeit und alle Schulen damals frühzeitig und mehrfach über diese Konzeption informiert.
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