"Keine(r) ohne Abschluss" – eine Illusion!
Schulzeitverlängerung - ausgerechnet für Schulmüde - und wohl formulierte Programme auf geduldigem Papier werden die Zahl der Absolventen ohne Abschluss kaum verringern. Vielmehr sind nach Ansicht des Verbandes Deutscher Realschullehrer (VDR) beachtliche Investitionen erforderlich, um eine individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler in begabungsgemäßen Bildungsgängen zu ermöglichen.
25.08.2008 Rheinland-Pfalz Pressemeldung Verband Reale BildungDer Slogan "Keine(r) ohne Abschluss" suggeriert eine Erwartung, die nie erfüllt werden kann. Dazu der VDR-Vorsitzende Bernd Karst: "Wer dieses Maximalziel erreichen will, ist entweder ein Traumtänzer oder er riskiert, wertlose Zertifikate ohne entsprechenden Leistungsnachweis zu vergeben." Selbstverständlich muss jede Schule alles tun, um möglichst vielen jungen Menschen eine Berufs- bzw. Ausbildungsperspektive zu eröffnen. Ein Motto "Mehr mit Abschluss" wäre aber realistischer und ehrlicher. Dies würde auch die Gefahr verringern, dass - wie schon häufig in der Vergangenheit - die Lehrkräfte zu Sündenböcken gemacht werden, wenn es trotz des Projekts weiterhin Schulversager geben wird.
Auch die heutige Fachtagung in Mainz konnte den "Nürnberger Trichter" nicht erfinden. Das alte Sprichwort "Ohne Fleiß kein Preis!" ist zwar etwas aus der Mode gekommen, aber noch immer gültig. Fazit: Ohne deutlich verbesserte Rahmenbedingungen und ohne persönlichen Leistungswillen der Betroffenen wird "Keine(r) ohne Abschluss" eine Illusion bleiben.
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