Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund brauchen Perspektiven und faire Chancen

"Die Perspektiven von Kindern und Jugendlichen mit Migrantionshintergrund müssen endlich deutlich verbessert werden." Mit dieser Forderung hat sich der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel, an die Politiker des Bayerischen Landtags gewandt, die sich heute bei einer Anhörung mit den beruflichen Chancen von jungen Migranten beschäftigen. Schüler mit Migrationshintergrund haben an allen Schularten Bayerns einen geringeren Schulerfolg als deutsche: Über ein Fünftel der Jugendlichen mit Migrationshintergrund geht ohne Abschluss von der Schule. Bayerische Haupt- und Förderschulen werden fast doppelt so häufig von ausländischen Schülern besucht wie von deutschen Kindern. An Realschulen und Gymnasien sind sie nur halb so häufig vertreten. Inzwischen braut sich bei ausländischen Jugendlichen ein gesellschaftlich explosives Gemisch zusammen, das aus Schulversagen, beruflicher Aussichtslosigkeit und sozialen Demütigungen besteht. "Wer keine Perspektive hat, ist auch besonders anfällig für Gewalt und für extreme politische Gruppierungen", betonte Wenzel. "Die soziale Zeitbombe tickt. Es gibt also gar keine andere Wahl, als schnell und konsequent zu handeln."

26.06.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.

Nur wenn die schwierige Situation von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund genau analysiert wird, können mehr Erfolg versprechende Hilfs- und Förderangebote als bisher eingeleitet werden. Vor allem die Sprachförderung muss deutlich verbessert werden. Wenzel: "Die Politik in Bayern muss sich intensiv mit den verschiedenen Aspekten und Problemen des Zusammenlebens von Bevölkerungsteilen unterschiedlicher Muttersprache, Kultur und Religion auseinandersetzen, andernfalls werden sich bestehende Konflikte verschärfen."

Eine zentrale Forderung des BLLV lautet, dass Kinder ab dem dritten Lebensjahr bereits im Kindergarten in ihren deutschen Sprachkenntnissen gefördert werden. Dringend erforderlich ist eine am Bedarf orientierte Deutschförderung an allen Schulen, der Ausbau von Ganztagsschulen sowie eine verstärkte Schulsozialarbeit. Wenzel: "Auf diese Weise wird der Kontakt mit deutschen Schülern gefördert, der aktive Sprachgebrauch unterstützt - Konfliktprävention im besten Sinne betrieben." Ohne entsprechende personelle und zeitliche Ressourcen ist dies aber nicht zu leisten. "Wer es ernst meint mit der Integration, muss bereit sein, viel Geld auszugeben."


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