Klassengrößen und Personalzuweisung müssen stimmen
Die GEW begrüßt den Kabinettsbeschluss zum 8. Schulrechtsänderungsgesetz mit dem Ziel einer besseren Versorgung mit wohnortnahen Grundschulen nach dem Prinzip "Kurze Beine – Kurze Wege".
04.09.2012 Pressemeldung GEW Nordrhein-WestfalenAuf große Zustimmung der Gewerkschaft stößt die gleichzeitig beschlossene berufsbegleitende Qualifizierungsmaßnahme in sonderpädagogischer Förderung in den Förderschwerpunkten "Lernen", "Emotionale und soziale Entwicklung" und "Sprache". Sie dient der besseren Versorgung mit Fachlehrkräften und soll ab dem nächsten Jahr bis 2018 an Zentren für schulpraktische Lehrerausbildung und in Schulen stattfinden und mit dem Erwerb der Lehramtsbefähigung abgeschlossen werden können.
Klassengrößen und Personalzuweisung sind nach Auffassung der GEW die entscheidenden Parameter für die Akzeptanz einer guten wohnortnahen Grundschule. "Der eingeschlagenen Weg ist richtig, wenn man die verschiedenen Elemente des Konzeptes betrachtet", erklärte heute GEW-Landesvorsitzende Dorothea Schäfer nach Verkündigung des Kabinettsbeschlusses. Für die Sicherung einer qualitativ hochwertigen und wohnungsnahen Versorgung mit Grundschulen sei die Ressourcenausstattung entscheidend.
Im Gemeinsamen Unterricht (GU) der Grundschule und in den integrativen Lerngruppen der Sekundarstufe I fehlen ausgebildete Sonderpädagoginnen und –pädagogen. "Wir haben uns schon lange für eine solche berufsbegleitende Qualifizierung eingesetzt", bemerkte Schäfer zu der geplanten Qualifikationsmaßnahme. "Sie bietet den Grundschullehrkräften, die teilweise schon im Gemeinsamen Unterricht qualifiziert tätig sind, mit dem neuen Lehramt berufliche Aufstiegsmöglichkeiten und ist eine sinnvolle Übergangslösung." Parallel müssten aber von den Hochschulen mehr Studienplätze für das Lehramt Sonderpädagogik angeboten werden.
Lobende Worte findet die GEW auch für die Möglichkeit, die Fachleistungsdifferenzierung an Gesamtschulen als Binnendifferenzierung vorzunehmen. "Dies entspricht einer langjährigen Forderung der GEW zum besseren gemeinsamen Lernen im Klassenverband", so Schäfer abschließend. "Damit erhalten die Gesamtschulen ihre pädagogischen Handlungsmöglichkeiten zurück."
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