Kritik

KMK-Wahrnehmung steht im Widerspruch zur Realität an den Schulen

„Den Schulen in Deutschland ist nur zu wünschen, dass die Wahrnehmung der Kultusministerkonferenz bald auch dem tatsächlichen Schulalltag entspricht. Momentan scheint dies jedoch nicht der Fall zu sein", so Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE).

08.10.2021 Bundesweit Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)
  • © www.pixabay.de

"Wenn in dem Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) steht, dass es gelungen ist, ‚durchweg in allen Ländern vollständigen und kontinuierlichen Präsenzunterricht sicherzustellen‘ sollten sich die Kultusministerien dringend mit den Schulen und Schülergruppen in Verbindung setzen, die immer wieder in Quarantäne gesetzt werden.

Es wäre besser gewesen, wenn anerkannt würde, dass eben noch immer kein normaler Regelunterricht stattfindet, so sehr auch die Lehrkräfte sich dies wünschen würden. Auch die Umsetzung des Aufholprogramms ist längst nicht so weit vorangeschritten, wie es der Beschluss suggeriert. Das liegt schlicht daran, dass Schulleitungen und Lehrkräfte mit der Umsetzung alleingelassen werden. Nicht zuletzt können die meisten Schülerinnen und Schüler eben nicht von ‚vielfältigen zusätzlichen Unterstützungsmaßnahmen‘ profitieren, da hierfür Ressourcen und Personal fehlen. Die sowieso schon aufgrund des Lehrkräftemangels unterbesetzten Kollegien sollen nun nicht nur zum Alltagsgeschäft zurückkehren, sondern auch noch Sonderförderung gewährleisten?! Wie soll das ohne zusätzliches Personal, vor allem in multiprofessionellen Teams, gelingen“, fragt Udo Beckmann, Bundesvorsitzender des Verbandes Bildung und Erziehung (VBE), in Richtung der KMK, welche gestern und heute in Potsdam tagte.

Bereits gestern wurden die Empfehlungen zur Digitalisierung an Schulen der Ständigen Wissenschaftlichen Kommission, dem Beratungsgremium der KMK, veröffentlicht. Hieraus geht eindrücklich hervor, was Interessenvertretungen seit Langem bemängeln: Es fehlt an IT-Fachkräften an Schulen. Beckmann kommentiert: „Die Administration darf nicht einfach der engagierten Informatik-Lehrkraft aufgebürdet werden. Auf der anderen Seite verwehren wir uns aber gegen Überlegungen, Stellen für Lehrkräfte zu monetarisieren, um IT-Fachkräfte einzustellen. Zum einen dürfen notwendige pädagogische Stellen nicht einfach mit anderem Personal besetzt werden, zum anderen schönen sich die Kultusministerien auf diesem Weg doch nur ihre Statistiken, da sie so eine Lehrkräftestelle besetzen. Zudem müssen sie dann nicht mal mehr investieren, weil eine IT-Fachkraft eingestellt wird, für die keine zusätzlichen Kosten entstehen. Das ist ein durchschaubares Spiel, denn die Lehrkraft fehlt ja trotzdem!“


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