KERMIT 3-Ergebnisse:

"Kompetenzorientierte" Reformpädagogik versagt im Fach Deutsch

(red/pm) Während sich die Hamburger Schulbehörde noch weigert, die Einzelheiten der Ergebnisse des sog. KERMIT-Tests (KERMIT = "Kompetenzen ermitteln") und obwohl es sich nicht um einen echten Leistungs- und Kenntnistest, sondern nur um eine "Kompetenz"-Erhebung handelt, belegen die jetzt auf eine schriftliche kleine Anfrage mitgeteilten Gesamtergebnisse, dass die unter der ehemaligen Schulsenatorin Christa Goetsch eingeführte und unter Schulsenator Rabe mit seinem sog. "Orientierungsrahmen Schulqualität" (siehe unten) intensivierte leistungsabgewandte und nur noch "kompetenzorientierte" Reformpädagogik neben dem Fach Mathematik auch im Fach Deutsch auf ganzer Linie versagt:

23.09.2015 Pressemeldung "Wir wollen lernen!" - Förderverein für bessere Bildung in Hamburg e.V.

Etwa jeder sechste Drittklässler in Hamburg, genau 15 Prozent, hat im Bereich Leseverstehen des bundesweit durchgeführten Tests nicht einmal den Mindeststandard erreicht, weitere 20 Prozent erreichen hier nur den – ohnehin bereits niedrig konzipierten – Mindeststandard. Noch schlimmer sieht es im Bereich Sprachgebrauch aus, in dem es z. B. um sprachlich-logische Verknüpfungen geht: Hier schaffen 18 Prozent nicht einmal den Mindeststandard, weitere 25 Prozent schaffen gerade einmal den Mindeststandard. Damit sind in diesen beiden Kernbereichen der deutschen Sprache 35 bzw. 43 Prozent der Hamburger Drittklässler von den Grundschulen unterdurchschnittlich auf die Anforderungen ihrer weiteren Schullaufbahn vorbereitet:

Hamburger Abendblatt v. 23.9.2015: Jeder sechste Hamburger Schüler versagt in Deutsch

Teilgenommen haben an den KERMIT 3-Erhebungen im Schuljahr 2014/2015 alle staatlichen Regelschulen, die Sonderschulen für Sinnesgeschädigte und die Schulen in freier Trägerschaft. Das Ergebnis ist also – leider – repräsentativ für das kollektive Versagen der kompetenzorientierten Reformpädagogik in den Hamburger Grundschulen.

Leidtragende sind die betroffenen Schülerinnen und Schüler. Denn diese können die unzureichende Vorbereitung im Fach Deutsch und ihre Defizite in der 3.Klasse später im Regelfall nicht mehr aufarbeiten und gehen damit von vornherein ohne eine echte Chance auf gute Leistungen in die weiterführenden Schulen. Ihre schlechten Deutschkenntnisse wirken sich dort nachteilig auch auf ihre Leistungen auch in allen anderen Fächern aus. Das wird durch das im schwarz-grünen Primarschul-Paketgesetz von 2009 verabschiedete Abschaffen des Jahrgangswiederholens ("Sitzenbleiben") und die die weitgehende Abschaffung von Notenzeugnissen in den Jahrgangsstufen 5-9 zwar auf den ersten Blick weitgehend kaschiert. Für die betroffenen Schülerinnen und Schüler kommt das "dicke Ende" dann jedoch mit den Prüfungen für die Schulabschlüsse.

Im Ergebnis sind damit Christa Goetsch und Ties Rabe zusammen mit ihren ausführenden Beamten in der Schulbehörde dafür verantwortlich, dass durch ihre unverantwortliche und nur noch "kompetenzorientierte" Reformpädagogik in den Hamburger Grundschulen Lebenswege beschädigt und verbaut werden.

Weiterführende Informationen:

WWL: "Kompetenzorientierung" – das neue goldene Kalb

WWL-Info-Mail v. 4.9.2014: Mathe- und Physik-Schwächen an den Stadtteilschulen

WWL-Info-Mail v. 17.8.2012: Neue Schulreform für Hamburg: "Kompetenzorientierung" als Abschied von Wissen, Bildung und Leistung


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