Expertise

Kooperationsgebot statt Kooperationsverbot

(red/pm) Sechs Bildungsexperten haben jetzt in einem Gutachten dafür plädiert, das Kooperationsverbot durch ein Kooperationsgebot zu ersetzen. Zentrales Ergebnis ihrer Studie: Die Föderalismusreform von 2006 war ein gravierender Fehler. Sie verhindert faktisch, dass Bund und Länder in Bildungsfragen wirkungsvoll zusammenarbeiten.

21.09.2012 Artikel

Sowohl Bund und Länder als auch die Länder untereinander müssten sich zur Zusammenarbeit überall dort verpflichten, wo es um Fragen länderübergreifender Bedeutung gehe. Zu einer sinnvollen Verantwortungsgemeinschaft gehörten vor allem aber auch die Kommunen, die – gemäß ihrer wichtigen Rolle in der Bildung vor Ort – einzubeziehen seien und größere Einfluss- und Handlungsspielräume erhalten müssten.

Die Experten empfehlen zudem, die vereinbarten Standards konsequent umzusetzen, etwa im Prüfungswesen oder für die dringend zu optimierende Lehrerbildung. Sie sei essenziell für die Qualität der schulischen Bildung, daher müsse es einen gemeinsamen Rahmen für Strukturen und Inhalte geben.

Um solche Aufgaben zu lösen, haben die Robert Bosch Stiftung und die Deutsche Telekom Stiftung die Gründung eines unabhängigen Bildungsrats vorgeschlagen. Vergleichbar mit dem Wissenschaftsrat sollten darin Bund, Länder und Bildungsexperten gemeinsam Vorschläge zu zentralen Herausforderungen des Bildungssystems erarbeiten.

Die Wissenschaftler waren von der Deutsche Telekom Stiftung in Zusammenarbeit mit der Robert Bosch Stiftung eingeladen worden, Gutachten zu unterschiedlichen Aspekten des Bildungssystems zu erstellen. Unter dem Vorsitz von Professor Jürgen Oelkers von der Universität Zürich entstand die zusammenfassende Expertise.

Die Experten:

Professor Dr. Jürgen Oelkers (Vorsitzender), Universität Zürich
Hans Ambühl, Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren
Professor Dr. Hans-Peter Füssel, Deutsches Institut für Internationale Pädagogische Forschung (DIPF)
Wolfgang Rombey, Stadt Aachen; Deutscher Städtetag
Jürgen Schlegel, Generalsekretär a.D. der Gemeinsamen Wissenschaftskonferenz
Professor Dr. Erich Thies, Staatssekretär a.D. und Generalsekretär a.D. der Kultusministerkonferenz (KMK)

Expertise und Einzelgutachten


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden