Kopfnoten?

"Die anhaltende Kritik von Lehrer-, Schüler- und Elternseite zeigt uns, dass die Kopfnoten in der von der Landesregierung durchgesetzten Form den ersten Praxistest offenbar nicht bestanden haben." So lautet das Resümee des VBE-Landesvorsitzenden Udo Beckmann nach dem ersten Durchlauf. "Der VBE startet deshalb eine Umfrage unter Lehrerinnen und Lehrern, um die Kritikpunkte detailliert erfassen und Änderungsvorschläge machen zu können."

18.01.2008 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Zunächst wird die grundsätzliche Haltung von Lehrerinnen und Lehrern zu Kopfnoten erfragt. Darüber hinaus sollen diese bewerten, ob und inwieweit das von der Landesregierung vorgeschriebene Beurteilungsverfahren sinnvoll ist.

"Die Landesregierung hat in dieser Frage alle Ratschläge von Experten in den Wind geschlagen", so Beckmann weiter. "Nach dem ersten Durchlauf ist jetzt aber eine kritische Bestandsaufnahme auf der Basis praktischer Erfahrungen dringend erforderlich. Der VBE wird die Landesregierung mit den Ergebnissen der Befragung konfrontieren und entsprechende Änderungen einfordern."

Schülerinnen und Schüler werden morgen in Düsseldorf gegen Kopfnoten demonstrieren, Vertreter der Kirchen haben sich bereits sehr kritisch über die Vergabe von Ziffernoten geäußert. All dies scheint aber bislang nicht zu fruchten.

"Es gehört zur pädagogischen Arbeit, Schülerinnen und Schülern Rückmeldungen zum Arbeits- und Sozialverhalten zu geben", so Beckmann weiter. "Rückmeldungen sind aber in diesem Bereich etwas anderes als Benotungen."

Vor allem beim Sozialverhalten spielen immer auch die privaten Lebensumstände einer Schülerin oder eines Schüler eine entscheidende Rolle. Eine Bewertung kann nur gerecht sein, wenn die individuelle Ausgangslage der Kinder berücksichtigt wird.

"Wird ein Kind jeden Tag von den Eltern zur Schule gefahren, muss es keine Anstrengungen unternehmen, um pünktlich zu sein", so Beckmann weiter. "Bei Kindern, die morgens alleine aufstehen müssen, sieht das aber ganz anders aus."

Lehrerinnen und Lehrer sollen unter anderem die Verantwortungsbereitschaft ihrer Schüler in die Beurteilung des Sozialverhaltens einbeziehen. Dazu gehört unter anderem, ob ein Schüler oder eine Schülerin dazu beiträgt, gemeinsam getragene Lösungen zu finden. In Bezug auf das Konfliktverhalten sollen sie beurteilen, ob Schülerinnen und Schüler zuhören, wenn Kritik an ihrem Verhalten geübt wird und sie bereit sind, sich mit dieser Kritik auseinanderzusetzen.

"Ob und inwieweit die Landesregierung die von ihr für Schüler aufgestellten Kriterien selbst erfüllt, wird sich zeigen, wenn sie mit den Ergebnissen der Befragung konfrontiert wird", so Beckmann abschließend. "Die entsprechende Kopfnote für Verantwortungsbereitschaft, Konfliktverhalten und Kooperationsfähigkeit werden wir ermitteln und der Landesregierung ins Zeugnis schreiben."

Den Fragebogen finden Sie hier.


Weiterführende Links

  • Fragebogen 'Kopfnoten'des VBE-NRW

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