Prävention

„Krisenordner“ für Schulen in Sachsen-Anhalt wird ergänzt

Die Handreichung „Prävention und Krisenintervention für Schulen in Sachsen-Anhalt“, auch bekannt als Krisenordner, ist fachlich weiterentwickelt und um den neuen Teil „Prävention als Teil der Schulentwicklung“ ergänzt worden. Damit wird der Blick über die unmittelbare Reaktion auf schulische Krisen hinaus auf die systematische Präventionsarbeit erweitert.

08.10.2026 Sachsen-Anhalt Pressemeldung Ministerium für Bildung des Landes Sachsen-Anhalt
  • Stühle in einem Klassenraum. © Adobe Stock Der Krisenordner dient Schulen bereits seit Jahren als praxisorientierte Handlungs- und Orientierungshilfe für den Umgang mit schulischen Krisen- und Belastungssituationen.

Der Krisenordner dient Schulen bereits seit Jahren als praxisorientierte Handlungs- und Orientierungshilfe für den Umgang mit schulischen Krisen- und Belastungssituationen. Er unterstützt insbesondere Schulleitungen und schulische Krisenteams hinsichtlich Vorbereitung, Intervention und Nachsorge bei unterschiedlichen Krisenlagen.

Mit der Veröffentlichung des neuen Kapitels wird der präventive Ansatz des Krisenordners systematisch mit der Schulentwicklung verknüpft. Ziel ist es, Schulen dabei zu unterstützen, sichere, gesundheitsförderliche, diskriminierungssensible und demokratische Lern- und Lebensräume zu gestalten sowie die eigene Präventionsarbeit nachhaltig weiterzuentwickeln.

Das neue Kapitel wurde bereits an alle Schulen im Land ausgeliefert, zudem wurde das gesamte pädagogische Personal des Landes mit einer zusammengefassten Handreichung versorgt.

Bildungsminister Jan Riedel erklärt: „Schulen müssen nicht erst reagieren, wenn eine Krise eingetreten ist. Gute Präventionsarbeit schafft Strukturen, die Sicherheit geben, Konflikte frühzeitig erkennbar machen und Kinder und Jugendliche in ihrer Entwicklung stärken. Mit dem neuen Teil des „Krisenordners“ verbinden wir deshalb Krisenvorsorge und Schulentwicklung noch stärker miteinander. Unsere Schulen erhalten damit fachlich fundierte Orientierung und konkrete Anknüpfungspunkte für ihre Präventionsarbeit.“

Zur fachlichen Qualitätssicherung des neuen Kapitels wurden unter anderem die Landesstelle für Suchtfragen Sachsen-Anhalt, die Antidiskriminierungsstelle Sachsen-Anhalt, verschiedene Vereine und Verbände wie Miteinander e. V., fjp>media und Wildwasser Magdeburg, der Landesbehindertenbeauftragte, der Sexualwissenschaftler Prof. Heinz-Jürgen Voß von der Hochschule Merseburg, und die Beratungsstelle bei antisemitischer Gewalt und Diskriminierung, OFEK Sachsen-Anhalt, einbezogen.

Dabei wurden insbesondere die Themenfelder Suchtprävention, Vielfalt, Radikalisierungsprävention, Medienkompetenz, Inklusion und Teilhabe, Prävention sexualisierter Gewalt und Schutzkonzepte sowie Antisemitismusprävention berücksichtigt.

Hintergrund: Die Handreichung „Prävention und Krisenintervention für Schulen in Sachsen-Anhalt“ wurde durch die Schulpsychologische Beratung des Landesschulamtes in enger Zusammenarbeit mit dem Ministerium für Bildung erstellt. Sie unterstützt Schulen bei der Vorbereitung auf Krisen, bei der Bewältigung konkreter Krisensituationen und bei der Nachsorge. Die 2025 begonnene grundlegende Überarbeitung und Fortschreibung wird schrittweise veröffentlicht. Mit Teil D „Prävention als Teil der Schulentwicklung“ wird der präventive Ansatz des Krisenordners fachlich erweitert und stärker in die systematische Schulentwicklungsarbeit eingebunden. Zeitgleich erhalten alle Lehrkräfte eine Handreichung für den Dienstgebrauch, in der die zentralen Schwerpunkte für die Krisenintervention gebündelt sind.


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