Kultusminister Helmut Rau: "Baden-Württemberger erreichen immer höherwertigere Bildungsabschlüsse"

"Zum ersten Mal liegt eine umfassende datenbasierte Darstellung der vorschulischen und schulischen Bildung in Baden-Württemberg vor. Der Bildungsbericht macht zum einen deutlich, wie leistungsfähig unser Bildungswesen ist, er zeigt aber auch auf, wo Handlungsbedarf besteht", sagte Kultusminister Helmut Rau MdL am Donnerstag (6. Dezember) in Stuttgart anlässlich der Vorstellung des ersten Bildungsberichts für Baden-Württemberg durch das Statistische Landesamt und das Landesinstitut für Schulentwicklung.

06.12.2007 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Nach Entscheidung der Landesregierung soll die Bildungsberichterstattung die vorschulische und schulische Bildung im Land anhand von verfügbaren Daten abbilden und mittel- und langfristige Entwicklungen im Bildungswesen aufzuzeigen. Künftig wird in einem Turnus von drei Jahren ein Bildungsbericht veröffentlicht, der neben einem Kern von gleich bleibenden Indikatoren auch wechselnde Schwerpunktthemen aufgreift. Schwerpunktthema der Bildungsberichterstattung 2007 ist der Erwerb allgemein bildender Abschlüsse an beruflichen Vollzeitschulen. Kultusminister Rau verwies in diesem Zusammenhang auf den hohen Stellenwert der beruflichen Schulen für den Erwerb weiterführender allgemein bildender Abschlüsse. "Sie tragen entscheidend dazu bei, dass zwischenzeitlich fast die Hälfte eines Altersjahrgangs in unserem Land über eine Hochschulzugangsberechtigung verfügt, ab 2011 könnten es über 50 Prozent sein", betonte Rau.

Der Bildungsbericht bietet auch umfassende Zahlen zur Situation von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im vorschulischen und schulischen Bereich. Bei den weiterführenden Schularten waren an den Hauptschulen fast 30 Prozent aller Schüler Ausländer oder Aussiedler, bei den Realschulen betrug ihr Anteil etwas mehr als neun Prozent, an Gymnasien nur gut fünf Prozent. Fast ein Drittel der Abgänger ohne Abschluss sind Ausländer, das Abitur ist mit etwa drei Prozent der Abschluss mit dem geringsten Anteil an Ausländern.

"Die erreichten und prognostizierten Abschlüsse zeigen, wie durchlässig unser Bildungswesen ist. Gerade über das berufliche Schulwesen werden vielfältige Wege zu hochwertigen Bildungsgängen beschritten", sagte der Minister. Als zentrale Aufgabe bezeichnete der Kultusminister die Sprach- und Integrationsförderung für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. Die eingeleiteten Maßnahmen im Bereich der frühkindlichen Bildung – Orientierungsplan für Kindergärten, Sprachstandserhebung und das Projekt "Schulreifes Kind" – müssten deshalb konsequent umgesetzt werden.


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